News 05.12.2011

VW Golf Cabrio im Praxistest

VW Golf Cabrio im Praxistest
© Werk

Glamourös sollen die anderen sein - hier geht es um Frischluft-Vergnügen der soliden Art. Wie sich der neue offene Golf in der Alltags-Praxis hält.

Dass die Sache mit dem Überrollbügel überstanden ist, hat sich bereits herumgesprochen.
Auch dass mit dem Eos (siehe Bildergalerie: "Spaß und Prestige: VW Eos") ein nicht allzu entfernter Verwandter in der VW-Großfamilie existiert, wurde in einschlägigen Foren schon breit ausgewalzt.

Zeit also, das neue Golf Cabrio in den Praxistest zu schicken, um herauszufinden, wie der späte Nachfolger des "Erdbeerkörbchens" in die neuen Zeiten passt. Zentrale Botschaft nach zwei Wochen zwischen August-Hitze und Herbst-Nebel: Der erste Eindruck täuscht nicht.

Wer dem Wolfsburger Kompaktwagen-Urmeter in schlichtem Metallic-Silber mit seinem schwarzen Faltverdeck so auf dem Parkplatz begegnet, dem kommen zunächst keine Visionen von Portofino oder dem Sunset-Boulevard. Die Glamour-Abteilung unter den kompakten Cabrios sieht anders aus.

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Das Golf Cabrio lässt im Betrachter eher Bilder von Solidität und Werterhaltung aufsteigen. Die lustvolle Unvernunft-Komponente - sonst fixer Bestandteil jeder Cabrio-Kaufentscheidung - beschränkt sich hier eher auf Visionen einer winterlichen Ausfahrt mit offenem Verdeck (unter bewusstem Verzicht auf das Windschott).

Anders ausgedrückt: Der neue offene Golf wirkt zwar für viele schnarchfad, aber er punktet mit Qualität und Praxisbezogenheit, diesseits von kurzlebigen modischen Trends. Das wird ihm auch dann noch Publikumszulauf bescheren, wenn die nächste Generation des zugelöteten Golf schon die erste Modellpflege bekommen hat.

In der getesteten Basisversion mit dem 1,6-Liter-Diesel unter der Haube und dem "Bluemotion-Technology"-Paket wird der beschriebene Gesamteindruck noch durch äußerst sparsamen Umgang mit dem getankten Treibstoff untermauert.

Sparmeister

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Dabei kann ein Praxis-Durchschnittsverbrauch von 5,1 Liter Diesel ohne schmallippigem Verzicht auf Fahrspaß zustande kommen. Und auch die Stimmlage des 105-PS-TDI hätten andere gern.

Die solide Karosseriesteifigkeit sorgt dafür, dass sich auch das Cabrio so unkompliziert und sicher wie jeder Golf fährt. Ist das Verdeck geschlossen, herrscht im Cockpit selbst bei Autobahntempo erfreuliche Ruhe. So ein Geräuschniveau hätte so manches Klappdach-Cabrio sicher gerne.

Das Verdeck ist aber nicht nur gut gefüttert, es lässt sich in nur 9 Sekunden per Knopfdruck öffnen und schließen. Dass dies auch in Fahrt möglich ist, dehnt die tatsächliche CabrioNutzungsdauer beträchtlich und zählt zu den Pluspunkten gegenüber der CC-Fraktion. Wie auch der unabhängig von der Verdeckstellung gleich groß bleibende Kofferraum.

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Im Cockpit werden nicht nur mit solider Verarbeitung und guter Übersichtlichkeit Punkte gesammelt, sondern auch mit so kleinen, aber nützlichen Details wie der Halterung für eine ausgewachsene 1,5-Liter-Wasserflasche in der Türverkleidung.

Apropos Wasser: In der Waschanlage halten sich die unliebsamen Überraschungen für den Golf-Cabrio-Piloten auch bei offener Zentralverriegelung in engen Grenzen. Der zum Öffnen der Türen notwendige Rückzug der Seitenfenster aus der Dichtungslippe am Dach wird nämlich durch das Anziehen der Türschnalle ausgelöst - nicht durch sensible Sensoren.

Dass dann an der Beifahrerseite dennoch ein paar Tropfen durch die Dichtung bis auf den Sitz gelangen, trübt den beschriebenen ersten Eindruck nur kurzfristig.

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(Kurier) Erstellt am 05.12.2011