News 22.03.2012

Wasser für die Bahn

Wasser für die Bahn
© KURIER / Stephan Boroviczeny

Umsonst gibt’s nichts. Auch keine saubere Mobilität. Nicht einmal mit der Bahn.

Mit der sauberen Mobilität ist’s wie mit dem Geld vom Staat: Jeder will davon profitieren, aber niemand dafür etwas hergeben.

Stichwort "Verstromung des Verkehrs": Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt hält die für 2020 angepeilten 200.000 E-Autos für "sehr, sehr optimistisch". Nicht nur bei uns, auch weltweit hält die Elektro-Euphorie genau so lange, wie es großzügige öffentliche Subventionen dafür gibt.

Sobald der beachtliche Mehrpreis aber selbst berappt werden muss, wozu bisher noch große Komforteinbußen etwa bei Reichweite und Klimati­sierung kommen, sinkt das Interesse rapide. Das erfahren nun auch Bosch und Samsung, die 2008 ein Vorrei­terprojekt zur Produktion von Lithium-Akkus für E-Autos gründeten. Dieses droht nun unter ande­rem wegen schwacher E-Auto-Nachfrage zu scheitern, so das Branchenmagazin Automobilwoche.

Viel mehr als die Elektrifizierung von Pkw würde ohne­hin der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bringen, vor allem in Ballungsräumen, meinten viele auf der Wirtschaftskammer-Tagung "Klimafahr­plan Verkehr". Doch auch hier tauchen immer mehr Hürden auf. Nur zwei Beispiele: In Graz etwa blockier­ten Anrainer jahrelang erfolgreich den Ausbau der Straßenbahn. In Vorarlberg haben die ÖBB vor Kurzem wegen regionalen Widerstands den Plan aufs Eis gelegt, eines ihrer Speicherkraftwerke auszu­bauen, um übers Jahr zusätzlich Strom für 6000 Züge zwischen Wien und Innsbruck zu erzeugen. Die ÖBB decken 93 % ihres Stroms aus erneuerbaren Energien.

Mobilität beginnt im Kopf. Wir müssen uns entscheiden.

maria.brandl(at)kurier.at

(Kurier) Erstellt am 22.03.2012