Technik
06.11.2016

Wie Mercedes Otto und Diesel zukunftsfit macht

Trotz des Ausbaus der E-Mobilität läuft bei Mercedes derzeit die größte Motorenoffensive der Firmengeschichte.

Auf dem Autosalon in Paris stellte Daimler-Chef Dieter Zetsche mit EQ die neue Marke des Konzers für ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge vor. Gleichzeitig erlebt Mercedes derzeit die größte Motorenoffensive der Geschichte, in die insgesamt 3 Mrd. € investiert werden.

Neben zwei neuen Diesel und drei neuen Benzinern ( Otto) wurde auch um mehr als 110 Mio. € ein neues Antriebs- und Innovationszentrum errichtet, um besser als bisher neue Applikationen in Fahrzeugen testen zu können. Die Erprobungen auf der Straße können dadurch stark reduziert, aber "nicht komplett ersetzt werden", so ein Manager. Die größte Neuerung bringen vor allem dynamische Prüfstände, wo, anders als bei klassischen Rollenprüfständen, die Räder extern von E-Motoren betrieben und der Pkw viel dynamischer bewegt werden kann. Mit von der Partei bei den Prüfständen: das Grazer Unternehmen KS Engineers (Kristl, Seibt).

Bei den neuen Motoren (4-, 6-, 8-Zylinder) setzt Mercedes auf ein ähnliches Baukastensystem wie Mitbewerber, allerdings nicht ganz so radikal. Die neuen Motoren haben einheitlich einen halben Liter Hubraum pro Zylinder und einen Zylinderabstand von 90 mm. Erstmals kommt ein zusätzliches 48-V-Bordnetz für energieintensive Komponenten zum Einsatz, was z.B. einen elektrischen Zusatzverdichter erlaubt sowie einen integrierten Startergenerator, der Starter und Lichtmaschine ersetzt. Der erste Vertreter der neuen Familie ist der Diesel-Vierzylinder, der 2016 in der E-Klasse startete.

Neu ab 2017 Der neue R6-Benziner kommt mit mehr als 408 PS und mehr als 500 Nm, ist aber um ca. 15% sparsamer als der aktuelle V6. Er erhält 48 V, integrierten Startergenerator und elektrischen Zusatzverdichter. Der neue R6-Diesel ist laut Werk der stärkste Pkw-Diesel der Mercedes Geschichte. Er wird mehr als 313 PS haben und um 7 % sparsamer sein als sein aktueller Kollege. Nicht völlig neu, aber auch stark adaptiert wurden die V8-Biturbo-Benziner mit 476 PS und 700 Nm bei gleichzeitig 10 % weniger Verbrauch. Alle Benziner erhalten ab 2017 schrittweise zur Feinstaubminderung einen Partikelfilter. Ebenfalls 2017 startet der neue Vierzylinder-Benziner, mit 48 V, Twinscroll-Turbolader und weniger Verbrauch.