News
05.12.2011

Wiener Straßen werden mit dem Auto sprechen

Mobilität erhalten, Umwelt aber besser schützen: Fahrzeiten, stauarme Fahrtrouten oder günstiges Umsteigen sollen per Smart-Phone, Navi und elektronischen Überkopftafeln kommuniziert werden.

In elf Monaten wird in Wien ein intelligentes Telematik-System (ITS) allen staugeplagten Autofahrern und verspätungsgewohnten Öffi-Benutzern zur Verfügung stehen. Präzise Fahrzeiten, stauarme Fahrtrouten oder günstiges Umsteigen sollen ständig per Smart-Phone, Navi oder auch elektronischen Überkopftafeln signalisiert werden.

Anlass für die verkehrspolitische Neuerung: Beim ITS-Weltkongress mit voraussichtlich 8000 Teilnehmern im Oktober 2012 in Wien will sich Österreich als Telematik-Musterland präsentieren: Heimische Betriebe (Kapsch, Siemens, Frequentis etc.) sollen dadurch auch wirtschaftlich punkten.

Wie Verkehrsministerin Doris Bures am Montag ankündigte, sollen den Teilnehmern des Kongresses zwei in Österreich entwickelte Modelle in bis dahin funktionierenden Systemen in der Praxis präsentiert werden. Doris Bures: "Nach 15 Jahren Forschung geht es nun darum, ITS zum Nutzen der Verkehrsteilnehmer und der Wirtschaft im normalen Verkehr einzusetzen." Einige Beispiele:

- Verkehrsauskunft: Österreich: Der heimische Routenplaner wird sämtliche Echtzeit-Daten über ideale Verkehrsverbindungen samt Öffi-Alternativen zur Verfügung stellen. Und zwar weit über die Landesgrenzen hinaus: Brünn, Bukarest, Florenz, München und Oslo arbeiten mit Wien zusammen.

- Testfeld Telematik: Auf dem Autobahndreieck A4, A23 und S1 wird auf Wiener Gebiet ein völlig neues Kommunikationsystem installiert. Autofahrer erhalten via ASFiNAG über Smart-Phone oder Navi detaillierte Kollissions- und Stauwarnungen samt sämtlicher Alternativrouten und Tempo-Empfehlungen. Weiteres Service: Zu beachtende Verkehrszeichen werden elektronisch in Fahrzeuge gemeldet.

- Ziel des rund 10 Millionen teuren Telematik-Testbetriebes: Der Aufbau eines Telematik-Systems das den Autofahrern Stress und Staus sowie der Umwelt etwa sechs bis sieben Prozent des CO2-Ausstoßes ersparen wird. Ohne Verzicht auf Mobilität und bei einem Drittel besser ausgelasteten Straßen, wie Telematik-Fachleute versichern.

Telematik soll übrigens ab 2012 auch in die Führerschein-Ausbildung konkret einfließen.