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06.08.2013

Willkommen zu Hause

Nach dem Urlaub im Süden zurück in Wien sieht man die Vorgänge auf den Straßen der Stadt gleich mit anderen Augen.

Es ist schon gut ein Monat her. Aber die erlebte Szene ist aktueller denn je, angesichts der bevorstehenden Ereignisse rund um die Mariahilferstraße.
Nach drei Wochen ohne Wiener Stadtverkehr, ausgesetzt den hier so gerne als chaotisch beschriebenen italienischen Verkehrsverhältnissen, bringt die Rückkehr gleich ein Erlebnis, wie es symptomatischer kaum sein könnte für den spezielle Umgang der Benutzer verschiedener Verkehrsmittel in der Stadt.
Nach urlaubsbedingt entspannter Bewältigung einer der schon länger existierenden Tempo-30-Zonen im Umfeld der Mariahilferstraße fällt den Heimkehrern im Auto an der ampelgeregelten Kreuzung der erste Startplatz für deren Überquerung zu. Auf dem brav frei gelassenen Radstreifen der Fahrbahn kommt schließlich noch eine Radfahrerin dazu, die nur das gerade bei ihrer Ankunft umschaltende Grünlicht davor bewahrt, bei Rot einfach weiterzufahren. Ohne einen Blick zu riskieren, zieht sie vor dem anfahrenden Auto nach links – um den stadtauswärts führenden Gehsteig zu entern. Nur ein abruptes Bremsmanöver verhindert den Zusammenprall. Das reflexartig als Warnung abgesetzte Hupsignal wird von der gerade noch geretteten Radlerin mit Beschimpfungen quittiert.
Herzlich willkommen zu Hause in Wien.
Ein Einzelfall, natürlich. Es gibt auch hier nicht nur Radler, die aus ihrem selbst zuerkannten Weltenretter-Status Sonderrechte ableiten. Aber auf dem weiteren Weg durch die Stadt bleibt Zeit zum Grübeln, warum anderswo Rad- und Autofahrer entspannter miteinander umgehen.
Es wird doch nicht an der hier zunehmenden Ideologisierung der Wahl des Verkehrsmittels durch die Politik liegen, die selbst Radler-Lobbyisten der ersten Stunde schon stört?