News 09.02.2012

Winterdienst

Winterdienst
© KURIER / Boroviczeny Stephan

Schnee auf den Straßen und der Anspruch auf dessen sofortige Beseitigung.

Es lag nicht nur daran, dass es heuer so lange gedauert hat.

Auch wenn der erste nennenswerte Schnee im östlichen Flachland nicht erst im Februar, sondern schon kalendergerecht im Dezember gefallen wäre, hätte er auf den Straßen zu "Behinderungen" geführt. Und die Empörung darüber wäre gleich groß gewesen wie zu Beginn dieser Woche.

Wozu gibt’s schließlich all die Auftaumittel, die heuer ohnehin noch nie so richtig gestreut werden konnten. Schließlich hat sich die Vollkasko-Gesellschaft inzwischen daran gewöhnt, dass ihr alles aus dem Weg geräumt wird, was sie in ihrer ungehemmten Entfaltung auch nur irgendwie einschränken könnte. Wo kämen wir hin, wenn man sich noch immer an die Witterungsbedingungen anpassen müsste wie früher, als Schneefahrbahnen den Winter über der Normalfall waren und die Fahrt von A nach B dadurch eben etwas länger gedauert hat und fahrerisch etwas anspruchsvoller war als bei trockener Straße.

Zwar sind die Autos heute besser bereift und die elektronischen Assistenten bis hin zum intelligenten Allradantrieb schaffen bessere Voraussetzungen dafür, um mit Schneefahrbahnen zurechtzukommen, aber wer will seinen Fahrstil schon auf solche Bedingungen einstellen, wenn’s einfacher auch geht.

Daher wird trotz Winterreifenpflicht nicht nur gepflügt, sondern sofort auch Salz gestreut, damit nur ja kein Stäuberl Schnee für „Behinderungen“ sorgt. Und das übrigens nicht nur bei den verwöhnten Stadtbewohnern im Flachland, sondern auch in den touristisch erschlossenen Tiroler Seitentälern.

horst.bauer(at)kurier.at

(Kurier) Erstellt am 09.02.2012