Der große Winterreifentest 2013.

© ISP WOLFGANG GRUBE/Wolfgang Grube

Reifen
09/28/2013

Winterreifentest: Elf Mal Sehr gut, vier Mal Nichtgenügend

Quasi die „üblichen Verdächtigen“ auf dem Siegertreppchen, detto auf der Eselsbank. Erfreulich: Auch bei den Top-Reifen gibt es durchaus sehr preisgünstige Angebote.

von Christian Vavra

Alle (Halb-)Jahre wieder: Der große Reifentest von ADAC, ÖAMTC und anderen Partnern in Europa ist da. Die Ergebnisse des aktuellsten Winterreifentests. Wie schon seit Jahren gute Übung, wurden auch heuer zwei unterschiedliche Dimensionen ausgiebig unter die Lupe genommen.

In Summe wurden 32 Reifen den Tests unterworfen. 15 davon wiesen die Dimension 225/45 R17 H auf, es handelt sich also um etwas breitere und etwas sportlichere Winterreifen. Solche Reifen gehören indes bereits heute immer häufiger zur Pkw-Serienausstattung, und zwar schon ab der Golf-Klasse aufwärts.

ÖAMTC-Experte Fritz Eppel: „Breitere Reifen haben sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn tendenziell Vorteile gegenüber schmäleren Reifen. Auch auf festgefahrener Schneefahrbahn kann es unter Umständen besser sein, wenn man mit breiteren Reifen unterwegs ist.“ Aber: Die Aquaplaninggefahr kann mit breiteren Reifen höher sein.

Nässe

Weitere 17 Kandidaten der Dimension 185/60 R15 T, eine heute für Kleinwagen gängige Größe, wurden ebenfalls getestet.

Sieben davon erhielten gute Noten, die zwei Kandidaten (Kormoran Snowpro b2 und Marangoni 4 Winter E+) fielen durch. Gut bis sehr gut: Firestone Winterhawk 3, Michelin Alpin A4, Nokian WR D3, Goodyear UltraGrip 8, SemperitSpeed-Grip 2, Vredestein Snowttrac 3 sowie Pirelli Snowcontrol Serie 3Winter190.

In beiden Dimensionen landete der Continental ContiWinterContact TS850 ganz vorne, auch wenn die Trägerorganisationen der Reifentests offiziell keine Reihung vornehmen. In der größeren Dimension wurde vier Mal die beste Empfehlung abgegeben und zwei Mal dringend abgeraten (Interstate Winter IWT-2 und Sailun Ice Blazer WSL-2). Alle durchgefallenen Reifen scheiterten an ihrem Verhalten auf Nässe.

Erneut beweist der aktuelle Winterreifentest zudem, wie wichtig es ist, genau zwischen den Modellen und den Dimensionen zu unterscheiden, um die richtige Wahl treffen zu können. So wurde zum Beispiel bei den breiteren Reifen der Dunlop SP Winter Sport 4D „nur“ mit empfehlenswert beurteilt, bei den schmäleren Reifen dagegen war sein „Bruder“ Winter Response-2 unter den Besten. Diese Reihe ließe sich beliebig fortführen, auch, was die exakten Messwerte betrifft. Beim Reifenkauf sollte man daher fachkundige Beratung einholen.

Winterreifenpflicht

Für Pkw, Pkw mit leichtem oder schwerem Anhänger, Klein-Lkw (bis 3,5 t und B-Führerschein) und für Microcars gilt vom 1. November bis 15. April des Folgejahres eine witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Lenker von Pkw und Klein-Lkw haben bei winterlichen Fahrbedingungen zwei Möglichkeiten. Sie können bei Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis Winterreifen anbringen (zwingend an allen vier Rädern). Als Winterreifen gelten gesetzlich solche, die mit den Bezeichnungen ‚M+S‘, ‚M.S.‘ oder ‚M & S‘ gekennzeichnet sind und mindestens 4 mm, bei Diagonalreifen 5 mm Profiltiefe aufweisen. Das gilt auch für Ganzjahres-, Allwetter- und Spikereifen.

Die andere Möglichkeit: Sommerreifen mit Schneeketten. Als Alternative zur Winterbereifung kann man Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern montieren. Das ist allerdings nur erlaubt, wenn die Straße durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Experten raten von dieser Möglichkeit schon aus technischen Gründen eher ab.

Wer bei winterlichen Fahrbahnbedingungen ohne Winterreifen fährt, riskiert eine Strafe von 35 Euro. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, drohen theoretisch bis zu 5000 Euro Strafe.