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Wollen Junge noch den Führerschein machen? Ein Pro und Contra

Früher war er quasi ein Muss, heute überlegen sich junge Leute genauer, ob sie den Führerschein machen. Zwei Zwanzigjährige erzählen.

von Teresa Richter-Trummer

07/03/2023, 10:46 AM

Wer in Österreich ein Auto – genauer gesagt einen Pkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen – fahren möchte, benötigt einen Führerschein der Klasse B. 90.000 Mal wurde ein Autoführerschein in Österreich im Jahr 2022 erworben. Das Niveau ist damit bei den Fahranfängern seit mehr als fünf Jahren ein gleichbleibendes. "Es gab lediglich aufgrund der Corona-Schließungen 2020 und 2021 Schwankungen, doch diese sind nun ausgeglichen“, berichtet Joachim Steininger, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Allerdings: Für viele Junge gehört der Führerschein heute nicht mehr einfach ungefragt dazu. Früher ein absolutes Zeichen der Freiheit und Großjährigkeit stellen sich heute viele Fragezeichen: da ist der Preis – von 1.200 bis 2000 Euro muss man hinlegen -, aber auch die Zeit, die man investieren muss, Umweltschutzgedanken sowie die generelle Notwendigkeit, ein Auto lenken zu können.
Zwei Zwanzigjährige erzählen ihre Beweggründe den Führerschein zu machen, beziehungsweise nicht zu machen.

 

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„Ich habe das mit dem Führerschein etwas schleifen lassen“, erzählt Georg, 20 Jahre alt. Der Steirer hatte schon einmal mit der Theorie-Ausbildung begonnen, sie dann aber nicht abgeschlossen. „Ich habe den Führerschein einfach nie wirklich gebraucht“, sagt er. Schon in Graz, fand Georg, „funktionieren die Öffis super. Und in Wien brauche ich ohnehin kein Auto. Abgesehen davon, dass ich mir keinen Parkplatz leisten will.“ Geld sei natürlich ein Thema. Auch die Führerschein-Prüfung sowie Ausbildungsstunden kosten nicht wenig: „Mehr als 1000 Euro sind  viel Geld“, so der Student. Der Hauptgrund, weder Führerschein noch Auto zu besitzen, sind aber nicht die Kosten. Auch ein starker Umweltschutzgedanke steht nicht im Vordergrund. Georg: „Es geht vor allem darum, dass ich ich ein Auto derzeit nicht wirklich brauche.“  Neunzig Prozent seiner Schulkollegen hätten, so schätzt er, den Führerschein breits gemacht. Georg: "Früher oder später mache ich ihn wohl auch.“
Antonia, ebenfalls 20 Jahre alt und Studentin, kommt gerade von der frisch bestandenen Prüfung. Auch sie hat den Führerschein Anfangs nicht unbedingt absolvieren wollen

 

"Ich habe den Führerschein vor allem aus beruflichen Gründen gemacht. Ich habe einfach bemerkt, dass der Führerschein für Berufe, die mich interessieren ein Bonus oder sogar eine Notwendigkeit ist", erzählt sie. Gleich mit 18 Jahren habe sie den Führerschein nicht absolviert: "Da waren andere Themen wie Studium, Auslandsaufenthalt oder eine eigene Wohnung wichtiger. Daher hatte ich auch nicht die Zeit dazu." Denn: Entscheidet man sich für einen Fahrkurs, muss man dranbleiben. Legt man die praktische Prüfung nicht innerhalb von 18 Monaten nach dem Theorietest ab, heißt es zurück zum Start - und auch das Geld ist verloren.
Im Alltag wird das Auto für sie aber keine große Rolle spielen: "Ein eigenes Auto kann ich mir momentan nicht leisten und außerdem finde ich, dass man in Wien flexibler, schneller und spontaner ist, wenn man die Öffis benutzt. Würde ich am Land leben, hätte ich den Führerschein bestimmt schon früher gemacht."
Aus Angst vor der Prüfung sollte man den Führerschein aber nicht aufschieben: "Wenn man sich gut vorbereitet und auch Lernzeit investiert, dann ist das zu schaffen", meint Antonia.

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