© Werk

TEST
05/03/2014

Yamaha XV950R ABS: Die neue Art des Cruisens

Stylische Ausfahrt mit dem in Coolness und Dynamik verschärften Cruiser.

von Peter Schönlaub

Cruiser sind tot? Völliger Blödsinn. Sie haben sich nur weiterentwickelt, so wie die Yamaha XV950R. Geboren als barocke, gemütliche Midnight Star mutierte sie über den Winter zur "Bolt" – einem Bolzen. Diesen Namenszusatz trägt sie zwar nur in den USA, aber er passt hervorragend zum Macho-Look im derzeit modernen Bobber-Style: mit 19 Zoll großem, aber vergleichsweise breitem Vorderreifen, tiefem Sattel, geradem Lenker und schnörkellosem Heck.

Detailverliebt

Sofort ins Auge stechen die vielen, liebevollen Details, allen voran der unverspielt runde Digital-Tacho, der bei ausgeschalteter Zündung völlig schwarz bleibt. Auch die Abdeckungen des luftgekühlten V2-Motors, die Führung der Auspuffkrümmer und das aus vielen LED-Lichtpunkten bestehende Rücklicht sind sorgsam gestaltet.

Die grundsätzliche stilistische Idee, ein nostalgisches Konzept mit modernen Ansätzen neu zu interpretieren, gefällt ebenfalls. Vom klassischen Frontscheinwerfer über die vielen schwarz lackierten Metallteile bis hin zu den sportlichen Felgen ist das Bild der XV950R konsequent gezeichnet.

Letzter Puzzlestein zum gefälligen Erscheinungsbild ist schließlich die militärisch-coole olivgrüne Lackierung.

Ambitionierte Dynamik

Überraschend ist dann auch die Fahrdynamik: Die XV950R lässt sich für Cruiser-Verhältnisse überaus agil und angenehm bewegen. Das Getriebe ist leichtgängig und exakt, der Motorlauf auch bei niedrigen Drehzahlen schön rund, die Kraft durchaus beherzt. Vibrationen sind stets auf angenehme Weise spürbar, werden aber bei längeren Ausfahrten nie lästig. Limitiert ist naturgemäß die Schräglagenfreiheit, aber auch dies nicht auf spaßtötende Weise.

Die Bremsanlage – mit serienmäßigem ABS in der R-Version – kann trotz der einzelnen Scheibe vorne überzeugen. Die Ausführung als gezackte Wave-Scheibe deutet erneut auf sportliche Attitüden.

Einen überaus guten Job erledigen letztlich die beiden Federbeine am Heck. Sie sind verstellbar, besitzen einen Ausgleichsbehälter und sind eines der Kennzeichen der um 300 Euro teureren R-Version. Abgesehen vom edlen Look der goldenen Teile sorgen sie trotz cruiser-typisch kurzer Federwege für den wahrscheinlich besten Komfort in dieser Klasse. Das Kreuz ist dankbar, zumal man ja auf dem dünnen und tief angebrachten Sattel nicht weit vom Asphalt entfernt sitzt.

Zubehör und Tuning

Obwohl eigentlich bereits ein Komplettpaket bietet Yamaha nach alter Harley-Schule eine Fülle an Accessoires und Tuningteile an – und hat auch einige extremere Konzepte als Anregung für bastelfreudige Kunden hingestellt. Eine XV950R im schrägen Dragster-Look mit Stollenreifen? Kein Problem. Und die Cruiser leben weiter.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.