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05.12.2011

Zukunft der Mobilität

© Bild: KURIER/Boroviczeny

Alle reden von Nachhaltigkeit, aber meinen selten das Gleiche.

Brasilien gehört zu den großen aufstrebenden Staaten der Welt, kurz BRIC genannt. Zu ihnen zählen neben Brasilien auch Russland, Indien und China.
Dem bis vor Kurzem regierenden Präsidenten Lula da Silva ist eine erfolgreiche Gratwanderung in den vergangenen Jahren geglückt. Er wusste nicht nur die Bodenschätze des Landes zu nutzen, das tun andere auch, sondern zudem die Bildung bis in die ärmsten Schichten zu tragen. Das schätzte auch die Industrie. Trotz des enormen Eigenbedarfs exportiert Brasilien heute etwa Pkw, selbst nach Europa.

Doch für den nächsten großen Sprung braucht Brasilien vor allem eines: Mobilität für alle. Brasiliens Industrie kann nur dann die angestrebte hohe Produktivität erreichen, so der Präsident auf der letzten Challenge Bibendum von Michelin in seinem Land, wenn die Arbeiter nicht mehr drei Stunden zu Fuß zur Arbeit gehen müssen.

Diese Chance sollte auch Europa nützen. Das geht aber nur mit adäquaten Ideen. Unsere Luxus-Lösungen gegen Klimawandel, Luftprobleme und Erdölabhängigkeit werden in Brasilien auf wenig Verständnis und noch weniger Nachfrage stoßen. Dafür bietet Brasilien die Möglichkeit, Mobilität grundsätzlich neu zu denken: Nachhaltig, sicher, sauber und für alle leistbar. Mit öffentlichen wie individuellen Verkehrsmitteln.

Wenn das nicht gelingt, verliert auch Europa mit seiner überdurchschnittlichen Abhängigkeit von Energieimporten bei gleichzeitig großem Energiehunger. Hier steht weniger die Produktivität auf dem Spiel, sondern die Leistbarkeit der Mobilität für alle.