News 26.08.2012

Zum Ärger des großen GTI-Bruders

Zum Ärger des großen GTI-Bruders
© Werk/Alfa Romeo

Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde. 170 Turbo-PS aus läppischen 1,4 l Hubraum - und superbe Schalensitze gegen Aufpreis.

Das sogenannte "Downsizing", also die Verkleinerung primär von Hubraum, ist große Mode geworden und zeigt vor allem zwei Folgen. Erstens ist die Leistungsausbeute alles andere als verkleinert worden, gewieften Turboladerkonstruktionen zum Dank. Und zweitens stellen sich die angepeilten Verbrauchs- und Schadstoffminderungen nicht automatisch ein.

Im Fall des Mito mit dem grünen vierblättrigen Kleeblatt heißt das: 6,0 l/100 km beträgt der Normverbrauch. Zirka die Hälfte sollte man dazugeben, wenn man realistische Werte haben möchte.

Nein, zum Spritsparen ist der leistungsstärkste Mito nicht da, selbst wenn er über eine Schaltanzeige und Start-Stopp-System verfügt. Ein kleiner Benziner mit reschem Turbo, adaptives Sportfahrwerk samt 18-Zoll-Rädern (und 215/40-Bereifung) sowie die gegen rund 1500 Euro Aufpreis erhältlichen, tollen Schalensitze von Sabelt verleiten förmlich dazu, den Roten durch die Gassen oder über die Flure zu treiben und alle Arten von Kurven zu suchen.

Fahrwerk

Schalensitze in Karbonoptik mit Alcantara - und tollem Seitenhalt.
© Werk/Alfa Romeo

Natürlich rupfen die 170 Pferde etwas an der Vorderachse, besonders, wenn der einstellbare Fahrmodus "dynamic" gewählt wurde, wo der Mito bei Motor und Lenkung zusätzlich angespitzt ist (und die Schaltanzeige sich gnädig zurückzieht). Das Getriebe ist hinreichend exakt zu schalten und die Lenkung genügend direkt. Die Stabilitätskontrolle greift rigoros, ja beinahe rüde ein, wenn es sehr knapp wird, lässt aber in der Sportstellung dennoch erstaunlich viel Freiheit.

In Summe macht dieser Kleinwagen wirklich viel Spaß. Und die größeren GTI-Brüder lassen sich auch damit ärgern, bei Bedarf. Doppelt schön, dass Alfa Romeo dennoch so nette Komfortdetails spendiert wie etwa eine "Hill Holder"-Funktion oder das spezielle Fahrprogramm für rutschige Fahrbahn und sonstige Widrigkeiten.

Preis

Der Grundpreis von knapp 23.000 Euro ist ein attraktiver. Ein paar Extras kommen schnell zusammen, von den Schalensitzen über Parksensoren hinten (€ 343,44 brutto) bis zur Lackierung " Rosso Alfa" (€ 292,56). Ob Tempomat oder Zwei-Zonen-Klimaautomatik nötig sind, muss individuell entschieden werden. Die abgedunkelten Scheiben (€ 203,52) hinten machen auf jeden Fall etwas her.

STECKBRIEF: Alfa Romeo Mito 1.4 TB Multiair 170

Antrieb: 4-Zylinder-Benzin, Direkteinspritzung, 1368 cm³, 125 kW/170 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 2500 U/min, oben liegende Nockenwelle, 4 Ventile/Zylinder, Turbolader, Ladeluftkühler, Euro 5; Kraftübertragung: Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe.

Fahrwerk: Vorn Federbeine, Dreieckquerlenker, hinten Verbundlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Stabilisator, 4 Scheibenbremsen, ABS, ESP; Maße: Länge x Breite x Höhe 4065 x 1720 x 1455 mm, Radstand 2510 mm, Gewicht 1220 kg, Zuladung 405 kg, Gesamtgewicht 1625 kg, Tankinhalt 45 Liter, Kofferraumvolumen 270 bis 950 Liter.

Messwerte: Spitze 219 km/h, 0–100 in 7,5 Sekunden, Testverbrauch 8,9 Liter Super/100 km, Reichweite 505 km; in g/km 139.

Kosten: Steuer/Jahr € 666,60; Listenpreis: € 22.980,–.

(Kurier) Erstellt am 26.08.2012