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08.03.2012

Zurück in der Realität

© Bild: KURIER / Boroviczeny Stephan

Die Neuvorstellungen in Genf zeigen, dass der E-Auto-Hype Pause macht.

War da nicht was mit einer Revolution durch E-Autos? Sollten die nicht schon in Kürze die Öl-Verbrenner ablösen?

Wer heuer den Genfer Autosalon besucht, merkt nichts mehr davon. Zwar haben die üblichen Verdächtigen ihre im Hype der Krisenjahre geborenen Modelle inzwischen serienreif und stellen sie zwangsläufig so gut es geht ins Rampenlicht, aber die Musik spielt anderswo.

Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Denn nach den eher stillen Salons der vergangenen Jahre wird auch bei den Präsentationen wieder Gas gegeben – von der Ballett-Einlage bis zum lautstarken DJ-Set.

Die Branche hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich und zeigt sich daher um Klassen selbstbewusster als zuletzt. Dazu gehört auch, dass man nicht mehr glaubt, in jede Sportwagenstudie einen E-Motor stecken zu müssen, um ja kein Problem mit der sozialen Akzeptanz zu bekommen. Dass sich die Massen am Salon um den kraftstrotzenden neuen Ferrari drängen und nicht um die stillen E-Auto-Projekte im eigenen "Grünen Pavillon", hat nicht nur mit der ungebrochenen Anziehungskraft von Sportwagen aus Maranello zu tun. Denn auch die vielen Neuvorstellungen neuer, leistbarer und effizienter gewordener "konventioneller" Autos zeigen, dass Industrie wie Kunden angesichts ernüchternder Erkenntnisse aus der Praxis mit ersten Serien-E-Autos erkannt haben, dass die Revolution Verspätung hat.

Man ist wieder in der Realität angekommen. Und in der geht es vor allem darum, die leistbare Massenware so effizient wie möglich zu machen.

horst.bauer(at)kurier.at

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