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11/09/2021

Preise für Gebrauchtwagen auf neuem Allzeithoch

Vor allem das Angebot bei den Kleinwagen bricht ein. Entspannung der Lage laut AutoScout24 nicht zu erwarten.

Die Kurve bei den Gebrauchtwagenpreisen kennt seit Jahresbeginn nur eine Richtung: Aufwärts. Auch im Oktober sind die Preise erneut deutlich gestiegen, wie aus dem aktuellen AutoScout24 Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) hervorgeht. So ziehen die Kosten für Gebrauchte im Vergleich zum September erneut um rund 500 Euro an.

Vor allem Kleinwagen und ältere Modelle zwischen fünf und 20 Jahren legen preislich zu. Mit Blick auf das Vorjahr wird die Entwicklung noch deutlicher: 24.488 Euro werden im Oktober 2021 durchschnittlich für ein gebrauchtes Fahrzeug fällig – knapp 4.000 Euro mehr als im Oktober 2020. Die Preise für Gebrauchtwagen steigen damit auf einen neuen Höchstwert.

„Auch wenn die Preise für Gebrauchtwagen im Herbst regelmäßig ansteigen – allein mit saisonalen Effekten lässt sich die aktuelle Entwicklung nicht erklären“, sagt André Eckert, Country-Manager bei AutoScout24 in Österreich. „Neuwägen können aufgrund des Chipmangels nicht geliefert werden und aufgeschobene Käufe stehen an und fegen den Gebrauchtwagenmarkt teilweise leer. Die Verknappung von Neuwagen treibt damit auch die Nachfrage nach Gebrauchten in die Höhe.“ Dass sich die Lage bald entspannen wird, ist laut dem AutoScout24-Experten nicht zu erwarten: „Zwar wird der Peak bei den Gebrauchtwagen-Preisen möglicherweise im Winter erreicht sein, doch ist der Stellenwert individueller Mobilität durch die Corona-Pandemie stark gestiegen. Dass auf den rasanten preislichen Anstieg ein ebensolcher Abstieg folgt, erscheint deshalb eher unwahrscheinlich.“

Nachdem bereits im August erstmalig die 23.000-Euro-Marke geknackt wurde, haben die Durchschnittspreise für gebrauchte Autos im Oktober die 24.000 Euro-Grenze deutlich überschritten. Die Preise für Gebrauchtwagen steigen innerhalb der Fahrzeugsegmente für Kompakt- und obere Mittelklassewagen. Kompakte legen um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 19.128 Euro zu, obere Mittelklasseautos verteuern sich um 2 Prozent auf 27.351 Euro. Auch Geländewagen und SUVs (Durchschnittspreis: 31.630 Euro) sowie Mittelklassewagen (23.124 Euro) verteuern sich im Vormonatsvergleich um bis zu 1,5 Prozent. Auch Sportwagen (63.593 Euro) verzeichnen einen markanten Preisanstieg. Einzig Vans und Kleinbusse verbilligen sich minimal um 0,1 Prozent auf 21.239 Euro.

Auch beim Blick auf die Preisentwicklung in den Alterssegmenten stehen die Zeichen auf Verteuerung. Vor allem für Autos, die zwischen 5 und 10 Jahre alt sind, müssen Verbraucher im Oktober tiefer in die Tasche greifen: Um 4 Prozent steigen die Preise in dieser mittleren Alterskategorie auf 17.971 Euro. Noch deutlicher legen Autos zwischen 10 und 20 Jahren zu. Mit durchschnittlich 8.693 Euro sind die Preise im Oktober um knapp 5 Prozent angestiegen.

Wo Preise steigen, da ist das Angebot meist rückläufig – so auch im Gebrauchtwagenmarkt. Am stärksten bricht das Angebot mit minus 7,3 Prozent bei Kleinwagen und mit minus 4,3 Prozent Fahrzeugen der Kompaktklasse ein. Mit einem Minus von 3,4 Prozent sind zudem weniger SUVs/Geländewagen auf dem Markt zu finden. Lediglich die obere Mittelklasse macht eine Ausnahme und legt beim Angebot um rund 1,4 Prozent zu. „Wer zu Hause einen Kleinwagen stehen hat und nicht unbedingt benötigt, kann jetzt sein Auto besonders gewinnbringend verkaufen“, kommentiert André Eckert.

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