Technik
01.07.2018

Allein die Erfüllung der Gesetze macht Pkw bis 2025 um 2000 Euro teurer

Magna: Ein neues 48-Volt- Allradsystem soll erstmals weniger Sprit verbrauchen als ein Zweiradsystem.

Auch wenn Magna gerade seine neue Fabrik für E-Autos in China ankündigte: 94 % aller Pkw werden 2025 weltweit noch einen Verbrennungsmotor an Bord haben, 2030 werden es noch immer 87 % sein, rund 100 Millionen. Dies ergab eine Umfrage von Magna bei den Autoherstellern (siehe Grafik). Auffallend sind die Prognosen der Autohersteller bezüglich Gas- und Brennstoffzellen-Antrieb. Ersterem wird keine große Zukunft vorausgesagt, Zweiterem ein Durchbruch erst nach 2025.

Der Autozulieferer, der 1998 die heimische Steyr-Daimler-Puch übernahm, „baut alles, außer ganze Motoren“, so Peter Seidl, Topmanager für Verkauf und Marketing bei Magna, gegenüber Journalisten. Magna ist weltgrößter Hersteller von Allradsystemen, bietet aber auch für Motoren eine umfassende Palette an Modulen und Komponenten, von Start-Stopp-Systemen für Verbrennungsmotoren bis zu voll integrierten E-Antriebssystemen.

Ein großes Hoffnungsgebiet sind 48-V-Systeme. Als einer der Ersten weltweit bietet Magna eine elektrische Hinterachse mit 48 V an, ähnlich wie sie von Skoda als Studie gezeigt wurde. Sie soll 2020/21 in Serie gehen. Es ist nur eine der Anwendungen, die mit 48 V entwickelt werden. 48-V-Mild-Hybrid-Antriebe lassen sich sowohl fürs Spritsparen wie zur Stromversorgung energieintensiver Verbraucher im Auto (Sitzheizung, Wankstabilisierung) oder als „Turbo“ nützen. Vorreiter für den Einsatz von 48-V-Systemen waren Renault und Audi.

Sein 48-V-Mild-Hybrid-Verteilergetriebe senkt laut Magna den CO2-Ausstoß gegenüber einem Zweiradantriebssystem um bis zu 10 %. Erstmals wäre damit ein Allrad- verbrauchsärmer als ein Zweirad-Antrieb. Gleichzeitig soll auch die Fahrdynamik davon profitieren. Magna betont, dass seine 48-V-Systeme problemlos in bestehende Antriebskonzepte eingebaut werden können.

Wie schnell sich 48-V-Systeme durchsetzen, hänge vom Öl- und Batteriepreis ab sowie davon, welchen Aufpreis Käufer akzeptieren. Allein die Erfüllung der Gesetzesvorgaben machen Pkw bis 2025 in der Herstellung im Schnitt um 2000 € teurer, so Chefentwickler Anton Mayer von Magna Powertrain.