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Technik
11/29/2020

BMW-Entwicklungsvorstand: "Rennen um Reichweite macht keinen Sinn"

Der neue Entwicklungs-Vorstand bei BMW, Frank Weber, über die Elektrifizierung der BMW-Produktpalette.

von Michael Andrusio

Seit Juli ist der 1966 geborene Frank Weber Mitglied des Vorstands bei BMW und dort zuständig für Entwicklung. Im Gespräch sagt er

...über die Elektrifizierung bei BMW: "Wir sind gerade dabei einige unserer Kernmodelle zu elektrifizieren – vom aktuellen Mini, über den iX3, den iX, den i4 über den 5er, den 7er und später auch den X1, hier gibt es oder wird es vollelektrische Varianten geben. Wir haben ein flexibles System zur Nutzung der Komponenten des Gen5-Baukastens für verschiedene Modellreihen. Gerade für die erste Hälfte dieses Jahrzehnts ist es wichtig, eine Flexibilität der Antriebe zu haben. Der iX läuft z.B. vom selben Band wie der nächste 7er, der alle Antriebsmöglichkeiten bieten wird. Statt einer Architektur, die sich an Verbrennungsmotoren orientiert, wird unsere nächste Architektur auf den E-Antrieb ausgerichtet sein."

...über die Zukunft des Diesels: "Wir werden viele, viele Jahre erleben, in denen es ein Nebeneinander von Elektro- und Verbrenner-Antrieben geben wird. Und wenn wir uns die Kunden ansehen, so wird es auch in Zukunft einen Bedarf an effizienten Verbrennungsmotoren geben. Ein Beispiel ist unsere 5er-Reihe, die ist für viele ein Business-Tool. Das sind Kunden, die im Jahr zigtausende Kilometer abspulen. Diesen Kunden kann man kein Elektroauto geben, das würde nicht funktionieren – wegen des Ladenetzwerks und den langen Ladezeiten. Heißt, wenn es neue Vorgaben gibt, wie EU7, werden unsere Dieselmotoren dafür gerüstet sein."

...über Batteriekapazitäten und Reichweite: "Wir sehen ein Rennen um die Reichweite, aber dieses Rennen macht keinen Sinn – nicht für die Konsumenten und auch nicht für uns. Eine 100 kWh-Batterie wiegt mehrere hundert Kilogramm und in den meisten Fällen wird niemand so eine große Batterie brauchen. Die großen Reichweiten benötigt man nur in wenigen Fällen. Die großen Batterien sind teuer und machen die Autos schwerer und schwerer. Wir hätten auch noch eine größere Batterie machen können. Beim iX sind wir bei 600 Kilometern und das wird für einen Großteil der Kunden ausreichend sein. Hier noch eines draufzusetzen und beispielsweise 900 km zu machen, macht keinen Sinn. Ich denke, dass wir Reichweiten zwischen 500 und 600 km haben werden - das wird für die meisten Kunden reichen und man wird auch nicht erfolgreicher, wenn man noch mehr Reichweite herausholt."

...über einen künftigen Z4: "Wir verraten noch nichts über künftige Modelle, aber Sportwagen folgen denselben Tendenzen wie andere Autos. Will man echte Performance in der Zukunft, wird es einfacher sein, sich diese über den Elektroantrieb zu holen."

...über Wasserstoffantrieb: "Bei den großen Lkw Wasserstoff zu nutzen, macht Sinn. Wenn sie ständig die selben Strecken befahren, lässt sich die Infrastruktur relativ leicht einrichten. Überall dort, wo man viel Energie braucht und Batterien zu wenig Speicherkapazität bieten, kann Wasserstoff eine sinnvolle Ergänzung zum E-Portfolio sein."

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