© LEC GmbH/Jorj Konstantinov

Technik
03/13/2020

Die Schiffe der Zukunft sollen Alkohol tanken

Andreas Wimmer vom Marineforschungsprojekt HyMethShip über Visionen und Hürden

KURIER: Das Marineforschungsprojekt HyMethShip, bei dem das Large Engines Competence Center (LEC) in Graz federführend ist, bewirbt sich als „grüne Revolution auf hoher See“. Wie wollen Sie die Emissionen um 97 Prozent senken?

Andreas Wimmer: Wir wollen ein Schiff mit grünem Wasserstoff betreiben. Dabei ist die Speicherung der Energie an Bord die größte Hürde. Unsere Idee ist, mit Wasserstoff und an Land Methanol, also Alkohol, herzustellen, das flüssig getankt und gespeichert werden kann. An Bord wird der Wasserstoff wieder aus dem Methanol herausgetrennt. Übrig bleibt flüssiges , das wieder an Land gebracht und für die Herstellung von Methanol eingesetzt wird – ein Kreislauf. Angetrieben wird das Schiff mit einem Verbrennungsmotor, der Wasserstoff verbrennt. Das ist sinnvoll, weil wir die Abgaswärme nutzen und so einen sehr hohen Wirkungsgrad erreichen.

Wann ist das einsetzbar?

Derzeit bauen wir einen Prototyp, mit dem wir ab Herbst das Gesamtsystem etwa ein Jahr lang testen. Der nächste Schritt ist, das System auf einem Schiff auszuprobieren, das wird weitere drei Jahre dauern. Das System ist eher für größere Frachtschiffe gedacht, könnte aber auch für Kreuzfahrtschiffe eingesetzt werden. Bis es wirklich in Serie geht, wird es aber dauern.

Welche Hürden gibt es?

Der Punkt ist: Der eingesetzte Strom muss emissionsfrei hergestellt werden. Es muss also parallel die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien vorangetrieben werden, sonst macht das keinen Sinn. Und die Entwicklung muss Hand in Hand gehen mit der Anpassung der internationalen Schifffahrtsrichtlinien.