Technik
01/17/2020

Jaguar Land Rover entwickelt Autositz, der einen "gehen lässt"

Mit einer neuen Technologie sollen Beschwerden, die durch zu langes Sitzen im Auto entstehen, vermieden werden.

Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen, dass rund 1,4 Milliarden Menschen, also ein Viertel der Weltbevölkerung, eine zunehmend sitzende Lebensweise pflegt. Dies führt zu Muskelverkürzungen in Beinen, Hüfte und Gesäß sowie in der Folge zu Rückenschmerzen. Die geschwächten Muskeln erhöhen außerdem die Gefahr von Verletzungen durch Stürze oder Zerrungen.

Dem will der Jaguar Land Rover Konzern nun entgegenwirken und entwickelt einen Autositz mit "Verformungstechnologie". Was heißt das? Kleine Aktoren im Sitzschaum erzeugen ständig Mikroverstellungen. Sie lassen im Gehirn ein Gefühl entstehen, als ob der Sitzende gerade geht.

Mit der Simulation des Geh-Rhythmus, dem sogenannten Beckenpendeln, kann die Technologie die Risiken mindern, die dem Körper durch langes Sitzen auf ausgedehnten Autofahrten drohen. Dr. Steve Iley, Ärztlicher Leiter bei Jaguar Land Rover, erklärt: „Das Wohlbefinden unserer Kunden und Mitarbeiter steht im Mittelpunkt aller unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wir nutzen unsere technologische Kompetenz, um den Autositz der Zukunft zu entwickeln. Dabei setzen wir innovative Technologien ein, die bislang in der Autoindustrie unbekannt waren, um ein weltweit immer drängenderes Gesundheitsproblem zu bekämpfen.“

Die formbaren Sitze werden derzeit von der Abteilung für Innenraumentwicklung bei Jaguar Land Rover erprobt. Wann sie reif für einen Einsatz in der Serie sind, haben die Briten noch nicht verraten.