Tests
04.02.2019

Abschlusszeugnis für den Dacia Duster nach einem Jahr im Dauertest

Wie sich der Preisbrecher unter den SUV nach einem Jahr im Testeinsatz präsentiert.

Seine Konkurrenten kommen vom Gebrauchtwagenplatz. Wer einen Neuwagen mit diesem Platzangebot und solchen Allroundfähigkeiten sucht, zumal mit Allradantrieb, und rund 20.000 Euro Spielkapital zur Verfügung hat, kommt um den Dacia Duster nicht herum.

Nach einem Jahr im Dauertesteinsatz, den er zwischen deutscher Autobahn, slowenischen Waldwegen, Wiener Stadtverkehr und ungarischen Landstraßen verbracht hat, zeigte der Kandidat keine gravierenden Abnützungserscheinungen (siehe dazu ARBÖ-Check unten). Er leistete sich auch keinen Ausfall und keine gravierenden elektronischen Launen, wie wir dies bei teureren Dauertestkandidaten erleben mussten.

 

Dennoch soll nicht verschwiegen werden, dass man eine etwas höher gelegte Toleranzschwelle haben sollte, um mit dem Duster glücklich zu werden. Der Blick auf den Preiszettel kann da helfen. Versteift man sich nicht auf die „Prestige“-Ausstattung des Testwagens, tun es auch weniger als 20.000-Euro.

Kurze Oberschenkel und ein robustes Kreuz helfen ebenfalls. Denn der häufigste Kritikpunkt betraf die wenig komfortablen, zu kurzen und keine Lordosenstütze bietenden Sitze.

Auch der offenbar in der Heckklappe mitverbaute Klappergeist war ein steter Quell für Eintragungen in der Negativ-Spalte des Fahrtenbuchs.

 

Dass ein Gutteil der Tasten im Cockpit bei Nachtfahrten – weil unbeleuchtet – nicht auffindbar sind, störte mit fortlaufender Testdauer dank Gewöhnungseffekt immer weniger. Was auch für den vom Lenkrad verdeckten Bedienungs-Satelliten für das Radio galt.

 

Positiv überraschen konnte der Duster mit der Materialqualität im Cockpit, das keinerlei Plastik-Tristesse verbreitet.Weitere Gutpunkte sammeln konnte er durch seine Wendigkeit und den souveränen, in zwei Stufen wählbaren Allradantrieb.

Unterm Strich zeigte sich der Duster als ernsthafte Alternative zu gebrauchten Modellen dieser Klasse, der mit ausgereifter Technik, moderner Optik und soliden Nehmerqualitäten punkten kann.

Duster im ARBÖ-Check

Nach einem Jahr im Dauertesteinsatz musste sich der Dacia Duster dCI 110 4WD den Profis vom ARBÖ Wien zum  Check stellen. Die Durchleuchtung am Prüfstand ergab als einzige – im Zuge der Amtshandlung  gleich behobene – größere Auffälligkeit, dass die Scheinwerfer zu nieder eingestellt waren. Oberflächliche Kratzspuren an Kotflügeln, Stoßfängern  und Seitenwand waren Spuren des Einsatzes auf von Sträuchern beengten Schlechtwegstrecken. Weder Sitzbezüge noch Fußmatten wiesen Abnützungsspuren auf. Das Auslesen des Fehlerspeichers am Diagnosegerät zeigte keine Einträge. Die Abgaswerte des noch vor der WLTP-Umstellung im Vorjahr zugelassenen Turbodiesel  der Abgasklasse Euro 6B waren unauffällig.

Praktische Anmerkung: Dass die Tankdeckelöffnung via Seilzug funktioniert und der entsprechende Hebel im Fußraum verbaut ist, kann weitgehend als anachronistische Schrulle durchgehen. Nur auf den ersten Zug hin funktionieren sollte sie halt.