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Tests
04/29/2019

BMW M2 Competition im Test: M in höchster Verdichtung

Der wildeste M2 kommt mit dem Motor des großen Bruders und Zusatz im Namen.

von Michael Andrusio

Das 2er Coupé ist bei Freunden des gepflegten Hinterradantriebs überaus geschätzt. Ein Coupé klassischen Zuschnitts mit kompaktem Radstand, faszinierender Agilität und eben Antrieb auf die Hinterräder.

Seit vergangenem Sommer heißt das Objekt der Begierde für 2er-Fans M2 Competition. Dieser löst den normalen M2 ab. Herzstück des Competition ist der neue Motor mit sechs Zylindern, Doppelturboaufladung und drei Litern Hubraum. Es handelt sich in Wahrheit um eine Organspende aus dem großen Bruder M4 (soll dem kleinen M nichts Schlimmeres zustoßen). Im M2 Competition gibt es ein bisserl weniger Leistung als im M4: 410 PS sind es, aber das ist für den kompakten Bayern immer noch genug.

7-Gang-DSG

In Verbindung mit dem aberwitzig schnell schaltenden 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sprintet der 2er in 4,2 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitze von 250 km/h (wer mag, kann das optionale Drivers Package ordern, wo es bis 280 geht, aber dann wird auch hier abgeregelt).

Nach dem Anlassen grollt der kleine BMW durchaus schon Ehrfurcht gebietend, aber ein dezenter Hinweis im Display gemahnt zur Geduld: „Volle Antriebsleistung in Kürze verfügbar“ (damit die Technik schonend auf Temperatur kommt). Einmal in Fahrt ist der M2 Competition so agil, wie man es von einem Auto erwartet. Die Lenkung arbeitet exakt und zudem sorgt ein aktives M Differenzial für die richtige Kraftübertragung. Gleichzeitig ist man überrascht, dass seitens des Fahrwerks immer noch ein Mindestmaß an Federungskomfort geliefert wird. Damit wird der M2 (auch wenn er jetzt Competition heißt) auch zu einem problemlosen Begleiter im Alltag (von dem mit 390 Litern auch noch brauchbaren Kofferraum wollen wir bei diesem Auto aber doch nicht reden).

Nach BMW-Manier kann man die elektrischen Fahrhilfen stufenlos wegschalten. Bis hin zum völligen Aus für das ESP (da muss halt jeder selber sehen, wo er bleibt). Aber auch wenn man das ESP erst im letzten Moment eingreifen lässt, macht der M2 viel Freude – vor allem wohl jener Klientel, von der am Anfang des Berichts die Rede war. Viel lieber als das ESP schaltet man ohnehin die Start-Stopp-Funktion aus.

 

Billig ist der M2 Competition nicht. Ab € 77.350,– kostet der Bayer (mit Schaltgetriebe), DSG kostet 3138 Euro extra. Aber die entsprechende Auspuffanlage ist serienmäßig. „Auspuffendrohr, sichtbar, rund, doppelt, links und rechts“ heißt es in der Ausstattungsliste.

 

Dem ist nichts hinzuzufügen.