Tests 29.05.2018

Der neue BMW 6er GT als 630d im Test

© Bild: WERK

Elegante Coupé-Limousine mit entgiftetem Power-Diesel und gediegenen Kombiqualitäten.

Man kann dem dahingeschiedenen 5er-GT ja nicht nachsagen, dass er erfolglos gewesen wäre. Die Fließheck-Limousine mit riesiger Heckklappe und großem Frachtraum hatte schon so ihre Vorzüge.

Eines war sie jedoch nie: Ein Paradebeispiel für attraktives Design.

Der wegen der buckelig-unförmigen Silhouette oft geschmähte Wagen wurde daher durch ein deutlich eleganteres viertüriges Coupé mit dem Radstand des 7ers und der Technik des 5ers ersetzt. Neue Modellbezeichnung: 6er Gran Turismo.

Ziel: Den Charme des 6er-Gran-Coupés mit dem raumfunktionalen Konzept des 5er-GT zu vermählen.

Anders gesagt: Wer ein Auto mit hoher Funktionalität sucht, muss sich nicht zwangsläufig zwischen Kombi oder SUV entscheiden – es darf auch ruhig einmal ein Coupé sein.

BMW 6er Gran Turismo
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Kräftig und sparsam

Wer – wie der Motor-KURIER – einen 6er-GT mit 265 PS leistendem 3-Liter-Turbodiesel und Allradantrieb bewegt und das BMW-Leitmotiv von der Freude am Fahren einfordert, bekommt in der Tat einiges geboten: Der seidig-weich arbeitende und sorgsam weggedämmte Sechszylinder-Selbstzünder unter der langen Motorhaube beschleunigt das deutlich über fünf Meter lange und knapp zwei Tonnen schwere Bayern-Coupé im Stil eines Sportwagens, erledigt Überholvorgänge mit souveräner Arroganz und rauscht über Steigungen – gleich welcher Kategorie – als würden sie gar nicht da sein.

 

BMW 6er Gran Turismo
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Dazu kommen dezent-lauschige Verbrennungsgeräusche – mehr als ein kernig-metallenes 6-Zylinderfauchen dringt auch beim Abrufen der vollen Leistung nicht ins Cockpit – leichtfüßig-energische Drehfreude und ein Durchschnittsverbrauch, der vor noch nicht allzu langer Zeit auch schmalbrüstigen Benzinern zu höherer Ehre gereicht hätte. Ein derart tosend motorisierter Sechszylinder, der mit rund acht Liter auf hundert Kilometer das Auslangen findet, stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie gleichermaßen effizient und sauber dank SCR-Katalysatortechnologie heute solche Antriebsquellen sein können.

Warum der neue 6er GT in künftige Kaufabsichten einbezogen werden sollte? Weil er, ein pralles Bankkonto vorausgesetzt, die Lücke zwischen dem sportlicher 5er und dem luxuriösen 7er füllt und – obwohl Coupé – wegen des ebenso großen wie variabel nutzbaren Frachtraums über unverfälschte Kombiqualitäten verfügt.

( motor.at ) Erstellt am 29.05.2018