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18.03.2018

Der wildeste Clio: Renault Clio R.S. 220 Trophy im Test

© Bild: WERK

Die stärkste Version des kleinen Franzosen hat es faustdick hinten den Ohren.

Die stärkste Version des kleinen Franzosen hat es faustdick hinter den Ohren. Begonnen hat alles mit dem R5 Turbo. Seither ist es schon Tradition bei Renault, an sich harmlose Kleinwagen durch Zugabe von PS zu wilden Gefährten zu machen. 160 hatte in den 80er Jahren der R5 (was für diese Zeit schon aberwitzig war) und die wenigen überlebenden Exemplare sind gesucht und werden entsprechend hoch gehandelt. Aktuell heißt der Wildeste, basierend auf dem Clio (benannt nach einer der Musen), R.S. Wahlweise kann man den R.S. als 200 (mit ebenso viel PS) oder 220 Trophy (hier sind es 20 PS mehr) haben – für unseren Test stand uns die zweitere Variante zur Verfügung.

 

© Bild: Renault

Die 220 PS werden von einem 1,6-l-Turbomotor generiert. Dazu kombiniert Renault ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und zwar bei allen Varianten. Der Motor liefert dabei schon aus dem unteren Drehzahlbereich heraus viel Kraft, wobei hohe Drehzahlen angesagt sind, wenn es gemäß der Bestimmung des Autos vorwärts gehen soll. Dabei kann man der Automatik das Schalten überlassen oder mittels Wippen hinter dem griffigen Volant durch die Gänge surfen. Das ist die empfehlenswerte Variante, vor allem wenn man mittels Knopfdruck den RS Mode aktiviert und die an sich flotten Gangwechsel noch schneller erfolgen. Dass hier Erfahrung aus dem Motorsport eingeflossen ist, wird an den ideal positionierten Schaltwippen und an der Markierung für die Mittellage am Lenkrad deut lich.

Ideal ins Bild passen auch die guten Seitenhalt bietenden Sportsitze. Dass die Gurte in Rot gehalten sind, muss man halt mögen. Noch ein Wort zum RS-Mode: Renault bietet für den Touchscreen ein spezielles RS-Menü an, das einen über Drehzahl, Querbeschleunigung, etc. auf dem Laufenden hält – so man in dem Moment die Muße hat, auf den Schirm zu schauen.

Akrapovic-Auspuff

© Bild: Renault

Im Trophy ist die straffste Federung (Trophy CUP) verbaut, die man für den Clio haben kann. Da bleibt wenig Federungskomfort übrig, ist aber weniger hart als befürchtet. Lenkung und Fahrwerk sorgen dafür, dass sich der Clio exakt um die Kurven werfen lässt, dazu verbaut man kräftig zupackende Bremsen.

Was kostet der Spaß? Der Clio R.S. Trophy kostet ab € 29.990,– (wenn man noch ein paar Goodies wie das City-Paket und oder das R.S. Black-pack-Paket inklusive Diffusor und F1-Luftleiter dazubestellt, kommt man auf rund 33.000 Euro). Andrerseits – um einen original R5 Turbo von anno dazumal zu er gattern, muss man etwa das Doppelte investieren.

Technische Daten

Antrieb: Vierzylinder-Benziner, Direkteinspritzung, Turbolader, variable Ventilsteuerung;

Hubraum:  1618 cm³

PS/kW: 220/162
maximales Drehmoment: 280 Nm bei 2000/min

Frontantrieb, 6-Gang-EDC-Doppelkupplungsgetriebe

Fahrleistungen: 0–100 km/h in 6,6 Sekunden, Spitze 235 km/h; EU6.

Fahrwerk: Selbsttragende Karosserie, vorne MacPherson-Federbein mit Dreiecksquerlenker und Querstabilisator, Stoßdämpfer mit hydraulischen Anschlagspuffern, hinten mitlenkende Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern, elektrische, variable Servolenkung; vorne und hinten Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet), ABS mit EBV und Bremsassistent, ESC mit HSA, Launch Control.

Maße (LxBxH): 4062 x 1732 x 1448 mm
Wendekreis: 10,9 m
Radstand: 2589 mm
Kofferraum:  300 - 1146 l
Gewicht:  1279 kg/Gesamtgewicht:  1711 kg
Tankinhalt:  45 Liter
Normverbrauch:5,9 l/100 km 135 g/km CO²
Testverbrauch:   8,5 l/100km

Preis: 29.990 €/Preis Testwagen: 33.408 €
Motorbezogene Versicherungssteuer: 1.115,32  €