© Vavra Christian

Tests
01/02/2019

Ford Focus im Test: Lästig nur unter Last

Es ist eben eine Geschmacksache, ob Dreizylindermotörchen gut klingen oder nicht.

Der brandneue Ford Focus hat zweifellos das Zeug zu einem Bestseller – wenn das gegenüber den beiden Vorgängern doch deutlich zurückgenommene Außendesign gefällt. Der Innenraum jedenfalls ist untadelig und in einer exzellenten Qualität ausgeführt und verarbeitet. Das fällt sofort ins Auge, ebenso wie die gesunde Mischung aus Menüfunktionen am Bildschirm und auf tatsächlich vorhandenen Knopferln. Bei anderen Marken ist das ja nicht mehr immer so, da wird alles zum Bildschirm verfrachtet.

Apropos Knopferl: Das einzige, was vielleicht noch verbesserungsfähig wäre, ist die Funktionsaufteilung zwischen Zentralbildschirm und dem Display nahe am Tacho. Das scheint, ebenso wie ein paar Knöpfe auf dem Lenkrad, nicht immer ganz logisch.

Aber sonst? Erstklassiges Gestühl wurde vermerkt, da war Ford schon immer gut, ebenso beim knackigen Getriebe und bei der äußerst präzisen Lenkung. Das Fahrwerk zeigt diese Präzision ebenso, auch dafür steht der Name Ford.

Es wäre alles eine helle Freude, wäre da nicht eine fragwürdige Motorentscheidung gefallen.  Die gesamte Modellpalette kommt auf Benzinerseite künftig mit Dreizylinder-Motoren aus. Der getestete 125-PS-Einlitermotor hat die gleiche Eigenschaft wie viele seiner Artgenossen: Er klingt, vor allem unter Teil- oder Volllast, dröhnend, schnarrend und angestrengt. Das ist diesem Bauprinzip nun einmal nicht auszutreiben und gilt leider auch für Ford. Die Performance wäre an sich gar nicht schlecht, aber es vergeht schnell die Lust, sie auszureizen.

Der einzige Ausweg im Fahrbetrieb ist das fleißige Schalten, bevor die 2000-Umdrehungen-Grenze erreicht ist. Denn dann geht der Wirbel los. Und es ist auch eine Tatsache, dass sich der Verzicht auf einen Zylinder mehr vielleicht bei den Emissionen und beim Gewicht bemerkbar machen mag, beim Realverbrauch aber nicht.

Auf mehr als 1500 km, so war es im Bordcomputer nachzulesen, erreichte der Durchschnitt 7,7 l. Beim eigenen Test waren es knapp über 8 l/100 km. Das schaffen moderne Vierzylinder auch, ohne die akustische Belästigung, man kann es nicht anders sagen.

Was dafür sehr herzeigbar ist, das ist die Ausstattungsstufe Titanium sowie einige Extras wie etwa das Head-Up-Display (eine kleine Scheibe, die aus dem Armaturenbrett ausfährt). Leider war sie im Testwagen just so montiert, dass genau dahinter die hintere Kante der Motorhaube quer durch zu sehen war.

Sonst gibt es aber wenig zu klagen, eine Induktions-Ladestation fürs Telefon ist für knapp 176 Euro wohlfeil.