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Test
04/28/2021

Ford Kuga Vollhybrid: Ein Auto, wie ein Bodyguard

Das SUV Ford Kuga ist ein sicherer Gefährte, beinah ein Bodyguard: etwas ruppig aber doch zuvorkommend.

von Andrea Hlinka

Am Anfang wirkt der Ford Kuga etwas grob. Das Innenleben ist funktional, fast spartanisch. Beim Anfahren hüpft er und beim Bremsen - auch aus Schrittgeschwindigkeit - spürt man das Gewicht, das zum Stillstand gebracht werden muss. Doch so ungeschmeidig ist er dann doch nicht, wie er beim ersten Kennenlernen tut. Der Kuga hat nämlich in paar Feinheiten, die das Leben erleichtern. Zum Beispiel: der Türenschutz. Öffnet man die Tür fährt automatisch eine kleine Plastikspange an der breitesten Stelle der Tür aus und legt sich über die Kante. Damit schützt sie die eigene Tür und das Auto nebenan. Das beruhigt die Nerven ungemein in engen Längsparklücken. Auch schön: Am Ende jeder Fahrt wird am Display angezeigt, wie viele Kilometer man gefahren ist und wie viele davon rein elektrisch. Klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Selbst in vollelektrischen Autos muss man diese Funktion manchmal lange suchen. Oder: Der optionale Tot-Winkel-Assistent, der auch aktiv eingreift, wenn sich eine anderes Auto von hinten anpirscht. 

Antrieb

Kaum ein anderes Modell ist in so vielen unterschiedlichen Antrieben unterwegs. Der KURIER durfte die neueste Vollhybrid-Version (FHEV) testen. In seiner Brust schlagen zwei Herzen: Er kombiniert einen 2,5 Liter großen Duratec-Benziner (112 kW/152 PS) mit einem batteriebetriebenen Elektromotor (92 kW/125 PS) und kommt damit auf eine Systemleistung von 140 kW (190 PS). Die Synthese aus dem 54-Liter-Tank und der 1,1-kWh-Batterie soll eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern ermöglichen. 

Charakteristisch für die Voll-Hybrid-Version ist der vollautomatische Wechsel zwischen rein elektrischem Fahren, gemischtem Antrieb und Vortrieb durch den Verbrennungsmotor, der im Atkinson-Zyklus arbeitet. Angefahren wird meist im elektrischen Modus und auch kurze Strecken sind rein elektrisch zu meistern. Das ist fein. Und: Da die Batterie ausschließlich während der Fahrt aufgeladen wird, muss nicht darauf geachtet werden eine Ladestation in nächster Nähe zu haben.

Allrad

Der Ford Kuga FHEV kommt serienmäßig mit Allradantrieb. Das ist nett, wenn auch nicht immer nötig. Und eben weil die Fahrbahnverhältnisse im Alltag oft keinen Allradantrieb erfordern, hat sich Ford ein intelligentes AWD-System ausgedacht, das die Antriebskraft nur bei Bedarf auf beide Achsen verteilt. Das funktioniert so: Sensoren überwachen in Intervallen von weniger als 20 Millisekunden, ob zwischen den Rädern und der Fahrbahn möglicherweise Schlupf entsteht. Die Kraft des benzin-elektrischen Hybrid-Antriebsstrangs wird daher nur bedarfsweise an alle vier Räder verteilt, um bestmögliche Traktion und sichere Kurvenfahrt zu gewährleisten.

Die Steuerelektronik setzt dabei auf einen speziellen „Fuzzy-Logik“ -Algorithmus. Verarbeitet werden zum Beispiel Informationen der Traktionskontrolle und des Antiblockiersystems, um ein mögliches Durchdrehen und Durchrutschen der einzelnen Räder frühzeitig zu erkennen. Auch die Aktivierung des Scheibenwischers und die Außentemperatur werden vom Algorithmus berücksichtigt. Die AWD-Steuerung kann zudem erkennen, ob das Fahrzeug einen Anhänger zieht.

Interieur

Im Innenraum spielt sich nicht viel Romantik ab. Es ist eher reduziert, wenig verspielt. Durchaus gemütlich, aber eben funktional. Es gefällt: Alle Ablagemöglichkeiten sind sinnvoll und gut dimensioniert. Das gilt ebenso für das Schiebedach. Die Sitze sind bequem und auch Kindersitze sind per Isofix auf den beiden äußeren Plätzen im Fond einfach und schnell zu befestigen. Dass über eine Drehscheibe geschalten wird, ist Geschmackssache, aber zu  Beginn gewöhnungsbedürftig. Denn in der Schnelligkeit dreht man gern ein Stück zu weit und befindet sich im Park-Modus, obwohl man eigentlich zurückschieben wollen. 

Assistenten 

Im Kuga fühlt man sich jedenfalls sicher. Das wird auch vom NCAP Crashtest bestätigt, der den Kuga mit fünf Sternen ausgezeichnet hat. Mit ein Grund dafür sind die praktischen Assistenzsysteme. Serienmäßig ist der Kuga mit etwa mit einem Spurhalteassistent, einem Tempomat, einem Antikollisionssystem mit Fußgänger- und Fahrraderkennung ausgestattet. Optional gibt es einen Totwinkelassistenten dazu, der auch aktiv in die Lenkung eingreift. Auch praktisch ist der Linksabbiegeassistent, der eingreift, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug naht. 

 

Preis

Der Ford Kuga Vollhybrid ist ab 39.000 Euro zu haben. Die vom KURIER getestete Luxury ST Line kostet inklusive verschiedenen Sonderausstattungen 52 270,52 Euro. 

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