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Tests
08/08/2019

Hyundai Kona 1,6 CRDi im Test: Dem feindlichen Trend zum Trotz

Kompakt-SUV mit sparsamem Diesel und Allradantrieb.

Auch Hyundai lässt sich von der inzwischen geradezu absurd aggressiv geführten Debatte gegen den Diesel nicht davon abhalten, den Kompakt-SUV Kona auch mit Selbstzünder anzubieten.

Das ist legitim, weil die nach Rudolf Diesel benannte Verbrennungskraftmaschine jetzt schon die strenge Abgasnorm Euro6d-Temp erfüllt, somit die umweltschädigenden Abgase herausfiltert, was wiederum dazu führt, dass diese Art von Antriebsquelle auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung hat.

Hyundai offeriert den nur 4,17 Meter langen Kona mit zwei jeweils 1,6 Liter großen aufgeladenen Vierzylinder-Direkteinspritzern mit wahlweise 115 oder 136 PS.

Der Motor-KURIER probierte die stärkere Variante, die ausschließlich mit 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe und Allradantrieb zu haben ist. Die Kombination aus Diesel, der das maximale Drehmoment von 320 Nm ab 2000 Touren auf die Kurbelwelle wirft und dem die Gänge fugenlos wechselnden Direktschalt-Getriebe erwiest sich in allen automobilen Lebenslagen als ebenso schlüssige wie sparsame Kraftquelle. Bereitet es doch absolut keine Mühe, die Fuhre mit einem Durchschnittsverbrauch von um die fünf Liter zu bewegen – ohne ein schleichendes Verkehrshindernis zu sein.

Wie eigentlich eh immer, sollte niemand den Fehler machen, Kompakt-SUV’s mit echten Geländewagen zu verwechseln – stehen doch geringe Bodenfreiheit, limitierte Böschungs- und Rampenwinkel und die tiefe Frontschürze Einsätzen in wirklich schwierigem Terrain im Weg. Somit ist auch der Kona – als klassischer Crossover – kein Geländewagen. Er scheitert aber nicht schon bei der Schotterauffahrt zum Bio-Bauernhof, weil er über ein semi-permanentes 4WD-System mit einer Kraftverteilung von 100:0 bis 50:50 (vorn/hinten) samt elektronisch geregelter Lamellenkupplung verfügt, das seine Sache beruhigend gut macht. Und auch dann den Kona-Piloten nicht in Verzweiflung treibt, wenn’s wider Erwarten wirklich rau wird.

Muss es nicht gerade die Eiger-Nordwand raufgehen, macht der Kompakt-SUV eine ausgesprochen kompetente Figur – weil der Kona mehr kann, als man ihm zutrauen würde.

Antrieb: 4 Zylinder, Diesel, Direkteinspritzer, 2 oben liegende Nockenwellen, 16 Ventile, Alu-Zylinderkopf und -block, Turbolader, Ladeluftkühler; Allradantrieb, 7-Gang-DSG; Euro 6d-Temp

Fahrleistungen: Spitze 186 km/h, 0–100 in 11,2 sec

Hubraum: 1598 cm3

136 PS/100 kW, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 2000 U/min

Fahrwerk: Selbst  tragende  Karosserie, Einzelradaufhängung, vorn McPherson-Federbeine, hinten Mehrlenkerachse, vorn/hinten Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Stabilisatoren, Scheibenbremsen (vorn innen belüftet), Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung, ABS, Bremsassistent, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), Berganfahr-/Bergabfahrhilfe.

Maße (L x B x H): 4165 x 1800 x 1565 mm; Radstand: 2600 mm

Böschungswinkel: vorn/hinten 16 Grad/30 Grad; Bodenfreiheit: 170 mm

Gewicht: 1518 kg/Gesamtgewicht: 1950 kg, Anhängelast: gebremst/ungebremst 1250 kg/600 kg

Kofferraumvolumen: 361 - 1143 l

Normverbr.: 4,8 l/100 km 123 g/km CO² Testverbr.: 5,1 l/100 km

Preis: 35.790 €/Preis Testwagen: 36.340 €