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02/14/2022

Ioniq 5 AWD: Elektrisch und auf allen vieren

Der elektrische Raumgleiter aus dem Hause Hyundai ist mit zwei Motoren kräftig motorisiert und allradgetrieben

Groß ist er, der Ioniq 5. Weit größer, als man ihn sich vorstellt, wenn man ihn nur von Bildern kennt. Das mag vielleicht am Designschema liegen, waren kantige Fünftürer in der Vergangenheit doch meist kompakt gehaltene Japaner. Der Ioniq 5 soll zukunftsweisend sein und den Fahrgästen nicht zuletzt eines bieten: viel Platz.

Dass die (Elektro-)Antriebstechnik weniger Platz braucht, reichte den Koreanern scheinbar nicht. So gab man dem Auto einen üppigen Radstand von 3 Metern mit. Und dementsprechend wohl fühlt man sich im Ioniq 5. Die Anzeigeneinheit mit zwei Bildschirmen könnte auch ein Designbüro schmücken und zwischen den Sitzen finden sich reichlich Ablagen. Der Ioniq 5 fährt elektrisch und neben dem schon von uns getesteten Singlemotor-Modell gibt es nun auch den Zweimotor-Ioniq. Das bringt nicht nur mehr Schmalz, 225 kW bzw. 305 PS, sondern auch den Vorteil, dass man im Bedarfsfall Traktion an beiden Achsen hat. Im Schnee funktioniert das tadellos, Traktion wird so immer (reichlich) geliefert und wenn es sonst nichts zu schauen gibt, kann man sich im Display darüber informieren, wo wie viel Kraft gerade hingeleitet wird. Und weil’s elektrisch ist, klingt das nicht einmal angestrengt, sondern gar nicht.

Kehrseite der Medaille ist, dass zwei Motoren (vor allem wenn beide öfter genutzt werden) auch mehr Strom ziehen. 25 kWh brauchte unser Ioniq 5 während der Testfahrt im heimischen Winter. Die Batterie speichert 72,6 kWh und damit kann man sich ausrechnen, dass man in Sachen Reichweite eher unter der 300er-Marke bleibt. Noch ein Wunsch für winterliche Witterung wäre übrigens ein Heckscheibenwischer.

Sonst ist der Ioniq 5 ein sehr angenehmes und komfortables Auto. Man gleitet lautlos durch den Verkehr und sorgt sich höchstens um die Breite seines Vehikels, die mit 1,9 m doch ordentlich ist (wie gesagt, in echt größer als im Prospekt). Pluspunkt des Ioniq 5 (der ja so wie der technische verwandte Kia EV6) vom Hyundai Kia Konzern kommt, ist das flotte Laden. Diesbezüglich werden 400-V- als auch 800-V-Ladeinfrastrukturen unterstützt. Und wenn eine entsprechende Ladesäule zur Hand ist, kann man an einer 350 kW-Säule schnellladen.

Bedient wird natürlich über Touchscreen, wobei die diversen Menüs und Untermenüs das Anwählen von Funktionen nicht immer leicht macht. Für „Sitzheizung ein“ ist mindestens dreimal tapsen notwendig. Aber: Man kann es sich auch einfacher machen und das über Sprachsteuerung dem Auto anschaffen.

Der Ioniq 5 als AWD kostet als Long Range mit umfangreicher Topausstattung Top Line 60.990 Euro.

Antrieb: Zwei Elektromotoren, vorne 70 kW, hinten 154,6 kW; Systemleistung: 225 kW/305 PS, Drehmoment: vorne 255 Nm, hinten 350 Nm; 1-stufiges Getriebe, Allradantrieb

Fahrleistungen: 0 - 100 km/h in 5,2 Sekunden, Spitze 185 km/h

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4635 x 1890 x 1605 mm, Radstand 3000 mm, Kofferraumvolumen: vorne 24 Liter/hinten 531 - 1591 Liter; Gewicht: 2020 - 2100 kg/zul. Gesamtgewicht 2540 kg

Verbrauch: 19 kWh/100 km; Reichweite: 430 - 460 km; Testverbrauch: 25 kWh/100 km

Preis: 60.990 (Top Line Ausstattung)

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