© Michael Andrusio

Tests
07/03/2022

Jeep Compass e-Hybrid im Kurztest

Das SUV ist nunmehr auch mit Mild-Hybridantrieb verfügbar. Was kann der Compass als e-Hybrid?

von Michael Andrusio

Zuerst kam der Compass mit Stecker, also als Plug-in-Hybrid. Nun legt Jeep den einfachen Hybrid nach und nennt den Antrieb e-Hybrid. 

Jeep kombiniert im e-Hybrid einen Vierzylinder mit 1,5 Litern Hubraum und einen Elektromotor. Der Benziner liefert dabei 130 PS, vom E-Motor kommen nochmals 15 kW (20 PS). Das klingt nicht nach viel, ist es auch nicht wirklich, zumal 1,6 Tonnen zu bewegen sind. Das macht sich vor allem beim Beschleunigen bemerkbar, Temperamentbündel ist der e-Hybrid nicht wirklich. Bei der Beschleunigung von 0 auf 100  liegt der Hybrid nur wenige Zehntelsekunden besser als der Diesel bzw. Benziner ohne E-Unterstützung.

Die Stärken des Compass Hybrid liegen woanders. Vor allem im entspannten Cruisen und im Dahinrollen in der City. Da schätzt man das smarte Zusammenspiel aus Verbrenner und Elektroantrieb. Und auch das Wiederaufladen des Akkus funktioniert relativ flott, wenn man die entsprechenden Straßen vor sich hat (vorzugsweise mit Gefälle).

Anfahren passiert im Jeep grundsätzlich immer elektrisch und auch beim langsamen Rollen im Stau bleibt der Compass vorzugsweise im Elektromodus (E-Queuing nennen die Macher das).

Was heißt das für den Verbrauch? Jeep gibt laut WLTP 5,6 bis 6 Liter an. Wir sind den Compass während unseres Tests (mit Autobahn, Überland und Stadt) mit knapp über 7 Liter gefahren. Damit hat der e-Hybrid bei uns soviel verbraucht wie der 1,3-l-Benziner ohne Hybrid laut WLTP verbrauchen sollte.

Gut ins Gesamtbild passt die 7-Gang-Automatik-Doppelkupplungsgetriebe. Wer mag, kann auch manuell durch die Gänge surfen, aber man lässt eigentlich den Automaten gern schalten und walten.

In Sachen Infotainment ist der Jeep up-to-date. Einiges ist über den großen, prominent platzierten Touchscreen abrufbar, aber für Funktionen, die man schnell zur Hand haben will, sind eigene Knöpfe und Tasten vorhanden. So für die Klimatisierung, die Lautstärkeregelung, aber auch um den Spurhalteassistenten abzuschalten, der sich mitunter ohne Not wichtig macht.

Wir hatten unser Testauto übrigens in der Upland-Ausstattungsvariante. Das ist eine spezielle Ausstattung, die dem Umweltschutzgedanken Rechnung trägt. Das heißt, man findet Kontrastaufkleber auf der Motorhaube samt Schriftzug There is only one earth (auch an den Türen). Vor allem setzt Jeep hier im Innenraum auf nachhaltige Materialien.

So sind die Sitze aus einer Kombination aus Vinyl und Seaqual (also aus Meermüll recycelter Kunststoff) und man sitzt hier wirklich gut. Weiters sind Innenraumelemente oder auch der Dachhimmel aus recycelten Materialien. Der Upland (und nur der) ist auf Wunsch in der hübschen Farbe Matter Azure zu haben.

Die Preise für den Compass e-Hybrid beginnen bei 38.593 Euro, als Upland kostet er 44.478 Euro.

Antrieb 4-Zylinder-Turbo-Benziner, Hubraum: 1469 cm3, Leistung: 130 PS; Riemenstarter-Generator, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit integriertem 48 Volt-Elektromotor mit 15 kW/20 PS und 55 Newtonmetern Drehmoment, Frontantrieb

Fahrleistungen 0 - 100 km/h in 10 Sekunden, Spitze 193 km/h

Abmessungen Länge x Breite x Höhe 4404 x 1874 x 1640 mm, Radstand 2636 mm, Tankinhalt 48 Liter, Kofferraumvolumen 438 Liter, Gewicht 1615 kg, max. Zuladung 535 kg

Verbrauch 5,6 - 6 Liter/Testverbrauch: 7,2 Liter

Preis ab 38.583 Euro

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