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Tests
05/06/2019

Mazda 3 im Test: Gefinkelte Technik in Serie

Überzeugt durch kluge Lösungen und edle Verarbeitung. Kompromisse beim Platzangebot.

Mazda hat in den letzten Jahren nicht nur bei Design und Verarbeitungsqualität Quantensprünge unternommen. Auch bei klugen technischen Lösungen haben die Ingenieure in Hiroshima nicht geschlafen.

Die neueste Ausgabe des Mazda 3 zeigt das (erneut). Der Prospekt schwadroniert zwar über Design und Lebensgefühl(e), die eigentliche Kunst des 3ers liegt aber darin, dass er sich unaufgeregt und nahezu perfekt durch die Landschaft bewegen lässt, zahlreiche kluge technische Lösungen gar nicht erst an die große Glocke hängt und dem Lenker in Cockpit und Sitz passt wie ein Maßanzug.

- Bedienung Zum Thema Cockpit: Selten ward so ein aufgeräumter Fahrerarbeitsplatz gesehen. Ein zentraler Dreh-/ Druckschalter in der Mittelkonsole beherrscht das Hauptmenü und den sehr breiten, aber sehr niedrigen Bildschirm, bei dem Mazda dankenswerterweise auf die Berührungsempfindlichkeit verzichtet. Er wäre für das unwürdige Fleckenfabrizieren sowieso zu weit weg.

Im Gegenzug spendieren die Japaner ein grafisch gelungenes Head-up-Display, was sich in dieser Autoklasse erst langsam fortpflanzt.

- Fahrerlebnis Im Fahrbetrieb (Handschaltung, strammes Fahrwerk, direkte Lenkung) glänzt der Mazda 3 als 122-PS-Benziner mit mehreren Dingen, die vollkommen unauffällig bleiben und fast nur vermutet werden können.

Die Beschleunigung etwa wirkt viel besser als im Datenblatt, was daran liegt, dass eine Lithium-Batterie ständig mit Rekuperationsenergie (vom Bremsen) gefüttert wird und dieses Futter heimlich beim Beschleunigen wieder hergibt.

Die Drehfreude, mit welcher der 3er um Ecken schlüpft, kommt zum Teil vom Torque Vectoring, das aber nicht über rüde Bremseingriffe, sondern über die Motorsteuerung erzeugt wird.

Und die Abschaltung von zwei Zylindern beim gemächlichen Bummeln bleibt überhaupt unmerkbar. Das ist alles technische Kunst. Im Durchschnitt 6,5 l/100 km bei viel städtischem Kurzstreckenverkehr sind ebenfalls sehr gut.

- Ausstattung Diese samt Assistenzsystemen waren im Testwagen auf höchstem Niveau, lediglich der Spurhalteassistent dürfte etwas fehlsichtig sein.

Drei klitzekleine Mankos sind auch Mazda 3 anzumerken. Platzmeister für die Rückbänkler ist er keiner, was sowohl für den Kopfbereich als für die Kniefreiheit gilt. Trotz mehr als 2,7 m Radstand muss er sich hier manchen Konkurrenten geschlagen geben, was teils auch der Karosserieform geschuldet ist. Auch das Kofferraumvolumen ist im Vergleich eher überschaubar.

Im Cockpit fallen zwei Schrulligkeiten ins Auge. Mittags, wenn die Sonne von oben durch die Frontscheibe schaut, taucht ausgerechnet in der Mitte der Armaturen eine waagrechte Lichtspiegelung auf. Und zu dieser Zeit ist es nahezu unmöglich, die Symbole auf der unteren Reihe von Schaltern auf den Lenkradspeichen zu entziffern. Am Abend ist das egal – da sind sie hintergrundbeleuchtet.