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Tests
09/01/2022

Neuer Range Rover im ersten Test: Fahren wie die Queen

Das Nobel-SUV in fünfter Generation zeigt, was die Briten unter majestätischer Zurückhaltung verstehen

von Sandra Baierl

Die britische Monarchie liebt den Auftritt im Range Rover, schon seit der ersten Version des Luxus-Geländewagens 1970. Die mittlerweile verstorbene Queen und ihr Prinz Philip, Anne, William und Catherine – der Range Rover war bzw. ist für alle Royals die motorisierte Familienkutsche. Queen Elisabeth verschiffte ihre Range Rover für Staatsbesuche sogar bis nach Afrika. Auch König Charles wählt für viele Fahrten einen seiner Range Rover. Warum? Weil sie den Luxus der Autos lieben, ihre britische Geschichte, ihre Größe und Geländegängigkeit.

Wobei Letzteres in der englischen Gesellschaft nicht mehr das Hauptkriterium für die Anschaffung eines Range Rovers ist. Liebevoll auch „Chelsea Traktor“ genannt, sieht man die mächtigen SUV in auffallender Häufigkeit in Londons Nobelviertel. Sie sind ein Statussymbol.

Der Neue

Mit dem neuen Range Rover in fünfter Generation hat die Marke wieder eine Ikone geschaffen. Das Auto fällt auf: durch die schlichte Modernität, klare Linien, Kanten. Wir testeten die Version D350 MHEV (Diesel, 350 PS, 700 Nm) mit Mild-Hybrid. Das anfängliche Erstaunen über die Wuchtigkeit wird schnell zur puren Freude über so viel Fahrkomfort und Platz. Man sitzt standesgemäß höher als andere Autofahrer, die Allradlenkung macht den Wagen wendig (Wendekreis: 10,95 Meter). Wobei klar ist, dass dieses Auto mit 5,05 Metern Länge und 2,05 Metern Breite nicht in die Innenstadt gehört. Wie machen die das in Chelsea?

Die Ruhe im Wageninneren ist indes einzigartig. Dafür sorgt eine Geräuschunterdrückung, die Lärm erkennt und ein Unterdrückungssignal an die Lautsprecher des Soundsystems sendet. Ein Effekt wie bei Noise-Cancelling-Kopfhörern. Das macht das Dahingleiten mit dem 2,5-Tonner nahezu geräuschlos. Der Motor des Range Rover ist kaum zu hören, Windgeräusche gibt es erst bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Aerodynamisch (cw-Wert 0,30) und mit elektronisch geregelter Luftfederung schaukelt man sanft dahin. In schnellen Kurven merkt man aber, was man unterm Hintern hat: ein Gefährt mit viel Gewicht. Und auch, wenn der Wankausgleich seines tut, es ist merklich groß, was man da bewegt. Der Dreiliter-Reihensechszylinder-Diesel mit 350 PS schafft mühelos eine kraftvolle Beschleunigung und einen anständigen Verbrauch, der bei unserer Testfahrt nie mehr als neun Liter auf 100 Kilometer betrug.

Britische Feinheiten

Wir durften die Autobiography-Ausstattung erleben. Sie bietet Leder im Inneren, wohin das Auge schaut und 24-fach-verstellbare Sitze, heiz- und kühlbar und mit Massage-Funktion, die man eher als Fauteuils bezeichnen muss. Selbst hinten sind die Einzelsitze verstellbar, toll, um chauffiert zu werden. Das Panoramaschiebedach schafft viel Offenheit und fast alles in diesem Auto ist elektrisch zu bedienen – etwa auch die hintere Mittelkonsole mit Touchscreen.

Das Musiksystem von Meridian hat 1.900 Watt und bespielt den Wagen mit 35 Lautsprechern. Ein Luftreinigungssystem schafft staub- und pollenfreie Innenluft. Das Kofferraumvolumen von 725 bzw. 1.841 Litern ist großzügig, uns irritierte allerdings die „doppelte“ Rückwand, denn hinter den Business-Sitzen ist eine Extra-Wand angebracht, die ziemlich viel Platz einnimmt und durch die man auch keine ebene Ladefläche zustandebringt.

Ein paar Details für Großgrundbesitzer: Wattiefe 900 mm, max. Anhängelast 3.500 kg, max. Dachlast 100 kg, Bodenfreiheit offroad 295 mm.

Das gefällt
Die Luxusausstattung, die Fauteuils  und dass die vielen Assistenzfunktionen nie nerven. Die Laufruhe ist beachtlich, das Soundsystem  hat 35 Lautsprecher 

Das gefällt nicht
Der für Normalos leider unerschwinglich hohe Preis 
 
Die Details
Range Rover D350 MHEV; Diesel, 350 PS, 700 Nm. Von 0–100 km/h in 6,1 Sekunden; offizieller Verbrauch  im Schnitt 8,3 Liter auf 100 km. Preis: ab 147.126 Euro. Unsere Version in Autobiography-Ausstattung:  197.249   Euro

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