Tests
14.09.2018

Neuer Nissan Leaf im Test: Eigenständiger Charakter

Wie sich die zweite Generation des Elektro-Pioniers im Alltag behauptet.

Der Neue war im ersten Halbjahr 2018 laut Eigendefinition das meistverkaufte E-Auto Europas. Auch punkto Raumangebot zählt der Nissan Leaf der zweiten Generation zu den Größten.

Er bietet Platz für vier Erwachsene bis ca. 1,8 m und daneben noch 400 l Kofferraum, deutlich mehr als die Stromkollegen seiner Klasse wie etwa E-Golf (341 l) oder BMW i3 (260 l), die jedoch kürzer sind. Seine Rückenlehnen lassen sich getrennt umlegen. Eine schöne Idee sind die zwei Taschen für die Ladekabel, die seitlich im Laderaum aufgehängt werden können.

- Strom Apropos laden: Da unterscheidet sich der Leaf auch vom Allianzbruder Zoe: Er verwendet neben den Wechselstromvarianten Schukostecker und Wallbox für schnelles Gleichstromladen (50 kW) das japanische System Chademo. Das gibt es z.B. bei Smatrics-Ladestellen.

- Gangwechsel Seinen eigenen Charakter zeigt der Leaf auch im Cockpit. Für die Gangwahl setzt er auf eine Art Joystick, der etwas gewöhnungsbedürftig ist. Toll sind die Informationsmöglichkeiten am Bildschirm, die etwa anzeigen, wie viel Reichweite das Einschalten der Klimaanlage kostet.

- ReichweiteFür mehr Reichweite gibt’s einen Eco-Schalter sowie ein „E-Pedal“ per Knopfdruck. Damit wird mehr Bremsenergie rekuperiert und so Energie gespart. In der Stärke lässt sich das E-Pedal jedoch nicht variieren, es gibt nur „Ein“ oder „Aus“. – Unser Testmodell hatte auch den „Pro-Pilot“-Assistenten, der im Kolonnenverkehr und in Staus den Leaf automatisch auf Spur hält, bremst und beschleunigt und auch einparkt.

10 slides, created on 14/Sep/2018 - 14:23:30

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Nissan Leaf

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Autobahnfahrten fressen jedoch die Reichweite in atemberaubendem Tempo auf. Für die Strecke Wien–Krems (80 km, davon ca. 60 km Autobahn) benötigte der Leaf trotz ausgeschalteter Nebenaggregate (Klimaanlage, Radio, Navigation), jedoch bei leichtem Gegenwind, etwas mehr als 160 km Reichweite. Zum Glück war die Ladestelle, für die es eine Ladekarte gab, beim Supermarkt in Krems am Samstag-Abend frei zugängig, sonst wäre eine unfreiwillige Übernachtung wohl fällig gewesen.

Der Leaf in der Version Tekna hatte als Extra einen Zweifarbenlack sowie das Assistenzpaket Pro-Pilot. Serienmäßig sind etwa zwei Ladekabel (Wechselstrom bis 6,6 kW, Gleichstrom Chademo bis 50 kW), Wärmepumpe, Licht- und Regensensor, diverse Assistenzsysteme, zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen. Die Verarbeitung war klassengemäß.