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© Horst Bauer

Test
10/07/2021

Nissan Qashqai: Optisch gelungene Neuauflage mit kleinen Schwächen

Worin die neue Generation des Qashqai als handgeschaltener Benziner überzeugt – und woran sie krankt

von Horst Bauer

Eine der großen Stärken des neuen Nissan Qashqai ist zweifellos seine Optik. Bei der neuesten Generation des wichtigsten Modells von Nissan in Europa haben die Japaner dabei keinen Stein auf dem anderen gelassen. Der neue Qashqai hebt sich dadurch erfreulich aus dem SUV-Meer auf unseren Straßen ab. Und dem Kooperationspartner von Renault, mit dem man sich weitestgehend die Technik teilt, haben die Nissan-Designer dadurch eine ordentliche Steilvorlage für die anstehende Erneuerung der eigenen SUV-Palette geliefert.

Um bei den positiven Aspekten zu bleiben: An den Platzverhältnissen an Bord ist ebenfalls nichts auszusetzen. Das betrifft sowohl den Passagierraum als auch das Ladeabteil. Das ist nicht nur geräumig, sondern bietet auch eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung zur Teilung des Ladebodens, um das Verrutschen des Ladeguts zu beschränken, wenn einmal nicht alles vollgeräumt ist. Dazu wird einfach der doppelte Ladeboden senkrecht in eine Führung gesteckt. Simpel, aber wirkungsvoll.

Was den Fahrbetrieb betrifft, zeigte sich der mit der Kombination Vierzylinder-Benziner mit 6-Gang-Schaltgetriebe ausgestattete Testwagen an sich als durchaus ausreichend motorisiert. 158 PS und ein Drehmoment von 260 Nm, das zwischen 1.800 und 4.000 Touren anliegt, sollten auch reichen für rund 1,5 Tonnen Auto.

Getriebeabstimmung als Knackpunkt

Was in der Fahrpraxis der Sache aber etwas den Spaß nimmt, ist die verbesserungswürdige Abstimmung des 6-Gang-Getriebes mit der Leistungscharakteristik des 1,3-Liter-Motors. Beim Hinaufschalten fällt dessen Drehzahl gerne einmal so weit in den Keller, dass es dann etwas dauert, bis der Turbo einsetzt und wieder für ausreichend Schub sorgt. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, den Motor bei Laune zu halten, um das Schaltrucken zu vermeiden. Aber letztlich fühlt sich der Motor an wie ein Dreizylinder mit wenig Hubraum und aufgeblasenem Turbo. Also eigentlich keine Spur von der vergleichsweisen Souveränität eines Vierzylinders.

Außer beim Verbrauch. Dort zeigt sich die Antriebseinheit durchaus souverän. Ein realer Testschnitt von 6,9 Litern für 100 km kann sich angesichts der Größe des Qashqai und des Streckenprofils von Autobahn-Langstrecke über Landstraßen bis zum Stadtverkehr (dort können es schon auch einmal über 7,5 Liter sein) durchaus sehen lassen.

Das mag aber auch nicht nur mit der Effizienz des Verbrenners zu tun haben. Vielmehr einigt man sich als Pilot mit seinem Qashqai relativ bald darauf, dass hier eher entspanntes Gleiten angesagt ist, als kurzatmiges Hetzen. Dafür sorgt schon die leichtgängige Lenkung, die selbst in der anwählbaren „Sport“-Einstellung kein wirklich gutes Gefühl von dem vermittelt, was auf der Straße gerade passiert. Lenk-Präzision fühlt sich jedenfalls anders an.

Unterm Strich scheint der neue Qashqai in der Summe seiner Qualitäten durchaus in der Lage zu sein, den Markterfolg seiner Vorfahren fortsetzen zu können. Schließlich muss es ja nicht unbedingt der handgeschaltene Benziner sein.

Und ein sehr spannender Hybrid-Qashqai, der vieles anders macht, als die anderen Hybriden, steht ja im kommenden Jahr auch noch ins Haus.

 

Antrieb: Vierzylinder-Benziner, Hubraum 1.332 cm3, Leistung 158 PS / 116 kW, maximales Drehmoment 260 Nm zwischen 1.800 - 4.000 U/min. Frontantrieb, vier Scheibenbremsen, Zahnstangenlenkung mit elektrischer Hilfsunterstützung, Stopp-Start-System. Abgasnorm Euro 6D-ISC-FCM.

Fahrleistungen: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 9,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 206 km/h

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4.425 x 1.835 x 1.625 mm, Radstand 2.665 mm, Leergewicht 1.422 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1.935 kg, Kofferraumvolumen 436 - 1.379 l, Tankinhalt 55 l, Wendekreis 11,1 m.

Kosten: Listenpreis Nissan Qashqai 1,3 DIG-T N-Connecta 34.836 €,  Preis des Testfahrzeugs 36.937 €

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