Tests 11/09/2017

Opel Vivaro Combi Freestyle im Test

Opel Vivaro Combi Freestyle im Test
© Schubert Daniel

Opel Vivaro Combi Freestyle. Neuer Campingbus für strenge Rechner im Familien-Test

Opel bietet neben PKW traditionell auch Nutzfahrzeuge in verschiedenen Größen an. Eines der prominentesten ist der Vivaro, welcher sozusagen dem VW Bus Konkurrenz machen soll. Da scheint es sinnvoll auch dem California von VW – sowie dem Marco Polo von Mercedes – Paroli zu bieten und daher lassen die Rüsselsheimer den Vivaro auch mit Camping-Umbau der Firma Schirner aus Deutschland aus der Garage. Was die Unterschiede zu den beiden anderen sind, welche den Motor-KURIER-Test bereits absolviert haben, haben wir uns genauer angesehen. Der Opel Vivaro wirkt im Vergleich zu den getesteten Konkurrenten luftiger und geräumiger im Innenraum.

Allein die Tatsache, dass der Vorhang zum Verdunkeln nicht umständlich an der Windschutzscheibe anzubringen ist, sondern locker flockig hinter den Vordersitzen abtrennt, beschleunigt und erleichtert das zu Bett Gehen abends enorm. Im Gegensatz dazu ist es etwas beschwerlicher, ins Obergeschoss zu gelangen, weil die Vordersitze doch weiter weg von der Dachluke sind. Ein weiterer Unterschied liegt in der Küche: Der Kühlschrank im Opel ist weiter vorne angeordnet und wie eine Getränkelade zu öffnen, was ihn praktischer und auch während der Fahrt zugänglich macht. Die Kochplatte war nicht fix im Fahrzeug verbaut, sondern als Zubehör in der Rückbank versteckt, was den Vorteil hat, dass man auch außerhalb des Autos kochen kann und sich das Schlafzimmer nicht mit Kochgerüchen kontaminiert. Auch das System mit Frischwasser- und Abwassertank ist zu begrüßen, da man nirgends potenziell verschmutztes Abwaschwasser einfach unter dem Auto verliert bzw. entsorgt.

Opel Vivaro Freestyle
© Schubert Daniel

Nützliche Details

Da sind also schon einige Details zu denen man sich sehr gute Gedanken gemacht hat und die im Vergleich mit den anderen beiden Vertretern der Gattung kleiner Campingbus hervorzuheben sind. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass VW und Mercedes den jeweiligen Campern einen platzsparend verstauten Campingtisch mit zwei Sesseln spendiert haben, was im Opel gänzlich fehlt.

Opel Vivaro Freestyle
© Schubert Daniel

Auch eine Absturzsicherung für die beiden Schlafplätze im Dachgeschoß suchten wir vergeblich. Dass keine Dusche vorhanden ist, lässt sich leicht verkraften, immerhin gibt es auf nahezu allen Campingplätzen welche für kleines Geld. Einen Nachteil gegenüber dem VW und dem Mercedes hat der Vivaro noch: Das Schienensystem für die hintere Sitzbank, welche zum Doppelbett umgebaut werden kann, ist relativ schwergängig zu bedienen und verlangt auf einen Metallgriff zu treten und gleichzeitig darunter mit der Hand an einem Knopf zu ziehen. Für Ungeübte ist nicht eindeutig festzustellen, ob die Bank fest arretiert ist oder nicht und wir sind uns beim Verrutschen der Bank auch auf die eigenen Finger gestiegen.

Opel Vivaro Freestyle
© Schubert Daniel

Hier gibt es für die Firma Schirner Verbesserungsbedarf. Die Verarbeitung war bis auf den knarzenden Beifahrersitz tadellos - sowohl von Opel als auch von Schirner - und der 145-PS-Diesel mit 6-Gang-Getriebe ist auch vollbeladen eine gute Motorisierung. Trotz seiner Größe erwies sich der Vivaro als sehr übersichtlich und ließ sich auch problemlos durch Parkgaragen zirkeln. Als Fazit sei angemerkt, dass der Opel Vivaro mit Schirner-Umbau in einigen Teilbereichen der Konkurrenz etwas voraus hat und an anderen Stellen etwas hinterherhinkt. Dafür liegt er mit einem Preis von gut 74.000 Euro (stärkster Motor und eine mehr als umfassende Ausstattung) auch deutlich unter der Konkurrenz.

Technische Daten

Antrieb: Vierzylinder-Diesel mit zwei Turboladern, BlueInjection, Start-/Stopp-System, Bremsenergie-Rückgewinnung, Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe.

Hubraum: 1598 cm³

PS/kW: 145/107

maximales Drehmoment:340 Nm bei 1750 U/min

Spitze 177 km/h, Euro 6;

Fahrwerk: Einzelradaufhängung mit 2 Dreiecksquerlenkern, Mc-Pherson-Federbeine, Schraubenfedern mit hydraulischen Teleskopstoßdämpfern und Querstabilisator vorne. Hinten Starrachse mit Schraubenfedern, vier Scheibenbremsen, elektr. Antiblockiersystem ABS, ESP, elektrische Servolenkung. Höhe der Ladekante 552 mm. Anhängelast gebremst/ungebremst: 2000/750 kg. Garantie 2 Jahre.

Maße (L x B x H):5398 x 1956 x 1971 mm

Wendekreis: 13,2 m Radstand: 3498 mm

Zuladung: 1097 kg Gesamtgewicht: 3020 kg Tankinhalt: 80 l

Normverbrauch: 5,9 l/100km 152 g/km CO²

Testverbrauch: 9,6 l/100km

Preis: 66.918 €/Preis Testwagen:74.025 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:625,68 €

(Kurier) Erstellt am 11/09/2017