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Tests
04/06/2021

Opel Zafira: Elektrobus, der Erste

Opel Zafira e-Life. Elektrobusse gibt es auf den Straßen noch wenige – hat das einen Grund?

von Andrea Hlinka

Der Akku ist voll, die Sonne scheint, kein Kind schreit, überhaupt vibriert und brummt – dank Elektromotor – nichts, nur Sunny-Side-Up-Musik streichelt das Trommelfell. Der Opel Zafira Life mit rein elektrischem Antrieb zeigt seine Vorteile mit steigenden Temperaturen. Vor einigen Tagen war das noch anders: Die Heizung wurde nur sparsam eingesetzt, da die Kilometer bei eisigen Temperaturen auch ohne Gebläse hinunterrasselten, wie die Schneeflocken. Ganz vergessen ist das auch in den entspannten Sonnenbrillen-Momenten nicht. Der Opel Zafira e-Life ist ein ambivalentes Fahrzeug. Eines, das auffällt. Mehrfach blieben Fußgänger stehen oder blickten andere Fahrer ins Fenster. Denn Elektrobusse sind noch eine Seltenheit auf den Straßen.

Viel Platz

Wer es bequem sucht und viele Menschen bewegen muss, kann mit dem Zafira e-Life glücklich werden. Denn die Sitze sind flexibel, können geschoben, gefaltet, hinausgenommen und in manchen Ausführungen auch gedreht werden. Die Vordersitze sind mit Sitzheizung ausgestattet und elektrisch verschiebbar. Zwischen den Vordersitzen kann man sogar locker in den Fond steigen. Gründe, das zu tun gibt es allerdings wenige. Denn die Schiebetüren lassen sich per Knopfdruck aus dem Cockpit, oder auch über den Autoschlüssel öffnen, natürlich auch direkt über die Türen. Auch die Klimaanlage kann von vorne für die zweite Reihe gesteuert werden. Nur das Panorama-Dach bedarf der manuellen Bedienung.

Was noch gefällt ist das gute Fahrgefühl, das wenig bussig anmutet: Der Elektro-Zafira wankt kaum in den Kurven, ist einfach zu manövrieren und elektroautotypisch leise. Das Head-up-Display, der Spurwechselassistent und die Rückfahrkamera nehmen viel Arbeit ab.

Dabei verwundert es, dass bei all dieser Technik, die Anzeigen, wie der Batteriestand, noch mit einem analogen Zeiger ausgestattet sind. Aber gut, ein bisschen Bus muss der Bus schon sein.

Mehr Reichweite, bitte

Was ihm guttun würde, wäre ein bisschen mehr Reichweite. Denn wirklich weit schafft es der Riese mit mehr als zwei Tonnen Gewicht nicht. Rund 330 Kilometer nach WLTP sollen mit der 75 kWh-Batterie möglich sein. 220 Kilometer mit dem 50 kWh-Akku. Je nach Temperaturen und Fahrstil ist das jedoch auch mal viel weniger. Daher ist der e-Zafira vor allem für Menschen (oder Firmen) geeignet, die regelmäßig und unkompliziert aufladen können. An einem 11 kW-Ladepunkt geht das in rund fünf bzw. sieben Stunden (je nach Akku). An einer Schnellladestation ist die große Batterie in 50 Minuten wieder auf 80 Prozent aufgeladen. In Zeiten, in denen es nicht möglich ist, während des Ladevorgangs in einer Raststätte einen Kaffee zu süffeln oder eine Frittatensuppe zu essen, ist der Elektro-Zafira wohl eher auf der Kurz- und Mittelstrecke beheimatet. Da sieht ihn aber auch Opel.

Batterie, Motor, Reichweite
Maximale Leistung: 136 PS (100 kW); maximales Drehmoment: 260 Nm; der Zafira Life Elektro ist mit einer 50 kWh-(230 km Reichweite nach WLTP) oder einer 75 kWh-Batterie (330 km WLTP) ausgestattet; an einer Wall Box (AC) mit  ca. 11 kW braucht der kleine Akku rund  5 Stunden, der große rund  7 Stunden, an einer öffentlichen Ladestation (DC) mit 100 kW nur 30 Min. (80 % der Batterie) bzw. 50 Min. (80 % der Batterie)

Höchstgeschwindigkeit
130 km/h schafft der e-Zafira;  hohe Geschwindikgiet wirkt  sich aber stark auf die Reichweite aus  
 
Maße
Drei Längen: S (4.6 m) , M (5 m),  L (5,3 m); Höhe: 1.9 m

Preis
Preislich beginnt der e-Zafira bei rund  58.000 Euro, unser Testmodell kostet 70.420 Euro

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