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© Peugeot

Tests
06/18/2020

Peugeot 3008 GT Hybrid4: König der Löwen

Das stärkste Modell der Marke fährt mit drei Motoren und feinem Design vor

von Sandra Baierl

Es gibt Autos, die sind in sich so schlüssig gebaut, so ausgereift und ausgefeilt, dass man sie nach dem Testen nur ungern wieder hergibt. Der Peugeot 3008 GT Hybrid4 ist so ein Auto. Lange haben die Franzosen gebraucht, um so viel Kraft und Allrad in ein Fahrzeug zu packen. Jetzt ist er da: das stärkste Serienmodell, das die Löwen-Marke auf dem Markt hat.

Wie das geht? 200 PS liefert der 1,6-Liter-Turbo-Benziner, hinzukommen Elektromotoren, macht insgesamt 300 PS und 520 Newtonmeter Drehmoment. Während der eine E-Motor direkt mit dem serienmäßigen Achtgang-Automatikgetriebe gekoppelt ist und seine Kraft (so wie der Benzinmotor) an die Vorderräder abgibt, sitzt der zweite E-Motor im Heck. So bietet der 3008 einen Allradantrieb (deshalb Hybrid4) und noch drei weitere Fahrprogramme: den E-Betrieb, in dem das Fahrzeug ausschließlich elektrisch unterwegs ist – ging bei unserem Testwagen etwa 35 bis 40 Kilometer weit und bis zu einer Geschwindigkeit von 135 km/h; den Hybrid-Modus, in dem alle drei Motoren je nach Bedarf miteinander kombiniert werden; den Sport-Modus, der die volle Kraft mobilisiert. Wobei: So wirklich bissig wird der Hybrid-Löwe mit seinen markanten Scheinwerfer-Augen nicht, die Kraft schießt dem Fahrzeug bei Vollgas nach kurzer Verzögerung wohldosiert ein. Der Peugeot 3008 Hybrid4 wirkt gut ausbalanciert. Und steht mit 4,5 Meter Länge und zwei Meter Breite sehr satt auf der Straße.

Dass die zusätzliche E-Kraft schon nach rund 35 Kilometern versiegt, ist schade, aber systemimmanent. Das Wiederaufladen der E-Motoren dauert an der Haushaltssteckdose lange acht Stunden, an einer Hochleistungssteckdose ist man in rund drei bis vier Stunden wieder auf voller E-Leistung.

Fein gemacht

Kommen wir zur Ausstattung. Das Innenleben haben die Franzosen mit viel Stil und schönen Elementen sehr ansprechend hinbekommen. Auf den ersten Blick überrascht das kleine Lenkrad. Es hat vier Kanten und dreht sich trotzdem noch rund, für mich wirkt das sportlich und es liegt auch gut in den Händen. Manch’ (großer) Mann bezeichnet es als verkümmert.

Die Armaturen sind gut auf die Fahrerin ausgerichtet, ich liebe die silbernen Tasten – wie früher! –, mit denen man Musik, Lüftung, Navigation, Telefon und Autoeinstellungen direkt anwählt; den Lautstärkeregler für die Audioanlage findet man intuitiv, ein klassischer Drehregler, auch wie früher.

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Praktisch ist die geräumige und gekühlte Box in der Mittelkonsole, da gehen sich Snacks und Getränke für vier Personen aus. Sitze, Tapezierung und das schwarz-graue Innendesign wirken nobel und heimelig. Man merkt, dass in der teuersten GT-Ausstattung nirgendwo gespart wurde. So auch nicht bei den Elementen, die den Alltag angenehmer und besser machen: die Rückspiegel senken sich beim Einparken, die Rundumkamera (kann man eigentlich noch ohne?) schafft Überblick, der Einparkassistent hilft, ebenso Spurhalteassistent und Abstandhalter, Frontkollisionswarner und Berganfahr- und Bergabfahrhilfe. Auch die sensorgesteuerte Heckklappe, sie öffnet sich per Fußschwenk, will man schnell nicht mehr missen.

Der gelungene 3008 Plug-in-Hybrid kommt in zwei Model-Varianten: die Version mit Zweiradantrieb gibt es ab 42.150 Euro; mit Vierradantrieb kostet das Auto ab 49.450 Euro. Im Vergleich: die stärkste Benzinversion mit 180 PS gibt es um 35.300 Euro.