Tests 17.01.2018

Range Rover Velar im Test: Schön und etwas rätselhaft

Range Rover Velar im Test: Schön und etwas rätselhaft
© Bauer Horst

Im Praxis-Einsatz zeigt der Range Rover Velar seine Stärken und Schwächen.

Die Lücke hätte nicht jeder gleich gesehen. Aber für die Marketingleute von Land Rover war in der Aufstellung der hauseigenen Nobelschiene Range Rover eindeutig zu viel Platz zwischen dem Evoque und dem Range Rover Sport.

Dass das in Zeiten des allgemeinen SUV-Booms nicht lange so bleiben konnte, ist in der Nachbetrachtung klar. Dennoch war es einigermaßen überraschend, als die Briten aus dem indischen Tata-Konzern im Vorjahr den Velar auf die Bühne rollten. Das recht ausgewachsene Nobel-SUV dient aber nicht nur als eleganter Lückenfüller, mit seinem Design und vor allem der Gestaltung des Innenraums soll er auch ein Zeichen für die künftige Ausrichtung der Marke sein. Und da setzt man eindeutig auf noch mehr Eleganz und Gediegenheit.

In dieser Hinsicht ist die Übung eindeutig gelungen. Ein eleganteres SUV dieser Größenordnung hat derzeit keine andere Premium-Marke zu bieten.

 

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So unbestritten der Velar den Schönheits-Wettbewerb gewinnt, so rätselhaft gibt er sich in einigen Punkten, die erst im tä glichen Umgang mit ihm virulent werden.

Allen voran die Ausstattung des Cockpits mit gleich drei verschiedenen Bildschirmen, deren Bedienung den Piloten von seinen eigentlichen Aufgaben im Fahrbetrieb mehr ablenkt, als es eigentlich sein sollte. Ironischerweise geht es dabei aber nicht nur um die beiden durch das Antappen von Symbolen zu steuernden Monitore an der Mit telkonsole.

Auch der Bildschirm vor dem Lenkrad, auf dem zwischen den Rundinstrumenten allerlei Informationen abgerufen werden können, verlangt wegen der recht langen Reaktionszeit des Bordrechners und der nur mit sehr viel Gefühl in den Daumen fehlerfrei bedienbaren Schalter auf den Lenkradspeichen mehr Aufmerksamkeit als es der Fahrsicherheit zuträglich ist.

Kein Sprachbefehl für Navi

Umso rätselhafter mutet es daher an, dass es zwar eine Spracherkennung an Bord gibt (für Befehle an Radio, Telefon etc.), diese aber nicht für die Zieleingabe des Navigationssystems verwendet werden kann. Eine Schrulligkeit, die auch andere Modelle des Hauses wie etwa der neue Land Rover Discovery teilen, die aber nirgends so deplatziert wirkt wie im Velar.

Keine Rätsel gibt hingegen die bewährte Antriebstechnik auf. Die optionale, aber empfehlenswerte Luftfederung sorgt für komfortables Gleiten. Der hauseigene Vierzylinder-Diesel schupft in Verbindung mit der gut abgestimmten 8-Gang-Automatik die doch recht ausladende Fuhre souverän über Straßen aller Art. Sollten die einmal ausgehen, steht die solide Allradtechnik des Hauses bereit – vorausgesetzt, der Pilot traut sich in Regionen, die sein Velar problemlos erobern könnte. Wenn man ihn lässt.

Technische Daten

Antrieb: Vierzylinder-Diesel mit Turbolader und Ladeluftkühler, Partikelfilter, katalytische Entstickung mit Harnstoff (SCR)

Hubraum: 1999 

Leistung 240 PS / 176 kW

maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1500 U/min

8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb. 0–100 km/h 7,3 sec., Spitze 217 km/h. EU 6

Fahrwerk: Einzelradaufhängung vorne und hinten, Doppelquerlenker vorne, Querlenker mit Längslenkern hinten, Stabilisatoren vorne und hinten, elektronisch geregelte Luftfederung, Zahnstangenlenkung mit elektromechanischer Servounterstützung, vier innen belüftete Scheibenbremsen, ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm.

Maße (L x B x H):4803 X 1930 x 1665 mm

Wendekreis: 12 m

Radstand: 2874 mm

Böschungswinkel: v/h 28,89/29,5 Grad

Rampenwinkel: 23,5 Grad Wattiefe: 650 mm

Bodenfreiheit: 251 mm

Gesamtgewicht: 2510 kg/Zuladung 669 kg

Kofferraum:Kapazität 673 l – 1731 l, Anhängelast:gebremst/ungebremst 2500 / 750 kg

Tankinhalt: 60 l

Normverbrauch: 5,8 l/100km 154 g/km CO²Preis: 81.100 €

Testverbrauch: 8,9 l/100km

Preis: 81.100 €/Preis Testwagen: 102.920 €

Motorbezogene Versicherungssteuer:1248,12 €

(Kurier) Erstellt am 17.01.2018