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Tests
12/15/2021

Suzuki mit Toyota-Genen: Worin sich der Swace vom Corolla unterscheidet

Wieso den Schmiedl nehmen, wenn man auch zum Schmied gehen kann? Antworten auf die Frage, für wen der Suzuki Swace die bessere Wahl ist.

von Horst Bauer

Besondere Zeiten verlangen nach besonderen Maßnahmen. Und wenn es nur das Hervorholen des guten alten „Badge-Marketing“ aus der Mottenkiste ist.

In den letzten Jahren weitgehend verschwunden, weil weniger auffällige Methoden entwickelt wurden, um technisch weitgehend idente Autos unter anderen Markennamen zu verkaufen, hat unter anderem auch Suzuki vor kurzem wieder darauf zurückgegriffen, um seine CO2-Flottenbilanz kurzfristig zu retten.

Also wurde vom Kooperationspartner Toyota nicht nur der dort bewährte klassische Hybridantrieb übernommen, sondern auch gleich der Rest des Autos. Es blieb gerade noch Zeit, den Corolla Kombi mit anders gestalteten Lufteinlässen an der Front zu versehen und die Toyota-Logos durch Suzuki-Schriftzüge zu ersetzen – und fertig war der marktreife Suzuki Swace.

Warum sollte man jetzt also zum Suzuki-Schmiedl gehen, wenn man auch den Toyota-Schmied haben kann?

Um auf diese Frage ein paar belastbare Antworten zu bekommen, die über den Umstand hinausgehen, welcher Händler gerade am nächsten liegt, haben wir den Suzuki Swace in den Teststall genommen.

1,8- statt 2,0-Liter Motor

Zunächst ist zu sagen, dass dem Swace nichts Schlechteres passieren mag, als mit dem aktuellen Toyota Corolla verglichen zu werden. Im vorliegenden Fall jenem mit dem 1,8-Liter-Benziner als Basis des Hybrid-Antriebs (bei Toyota ist – anders als bei Suzuki - zusätzlich auch ein 2,0-Liter-Motor im Angebot). So bietet der Swace eine Systemleistung von 122 PS / 90 kW, womit er für den Großteil der Praxis-Einsätze im heimischen Verkehrsalltag ausreichend motorisiert ist.

Lässt man ihn rollen und greift nicht zu oft auf den „Sport“-Modus der drei Fahrprogramme zurück, kommt selten der Verdacht auf, dass sich hier ein zu schwacher Motor mit einem ausgewachsenen Kombi abmüht. Ein Gutteil des Rest-Verdachts geht auf das Konto des stufenlosen ECVT-Getriebes, das dafür sorgt, dass bei plötzlicher starker Leistungsabfrage zunächst mehr Lautstärke-Zuwachs als Landgewinn zu bemerken ist.

Wer hingegen vorausschauend fährt und nicht oft steile Bergstraßen zu bewältigen hat, wird bald seinen Frieden mit der Motor-Getriebe-Einheit finden. Nicht zuletzt, wenn er immer wieder auch die Verbrauchsanzeige im Blick hat. Dort zeigt sich bei entsprechend hohem Stadt- und Landstraßenanteil erfreulich oft ein 4er vor der Kommastelle. Auf städtischen Kurzstrecken und bei entsprechend sanfter Behandlung des Gaspedals wirken sich die im reinen Elektrobetrieb zurückgelegten Strecken noch stärker auf die Senkung des Verbrauchs-Schnitts aus.

Aber selbst der im Testeinsatz samt Autobahn-Langstrecke erzielte Praxis-Schnitt von 5,4 Litern Benzin für 100 km kann sich angesichts des Platzangebotes des Swace durchaus sehen lassen.

Und das liegt auf ident hohem Niveau wie beim Toyota-Pendant. Dabei können nicht nur die schieren Zahlen (Ladevolumen 596 l bis 1.606 l) beeindrucken, sondern auch die komplett ebene Ladefläche, die durch das Umlegen der Rücksitze entsteht, liefert Pluspunkte. Hier stört nämlich keine der sonst dabei oft entstehenden Rampen die Beladung mit längeren Gegenständen.

Die sichtbaren Unterschiede

So weit, so gut bei beiden Stief-Zwillingen. Worin unterscheidet sich nun also der Suzuki Swace vom Toyota Corolla Touring Sports?

Optisch auf den ersten Blick nur durch die beiden hoch gestellten außenliegenden Lufteinlässe im vorderen Stoßfänger. Dass der Swace mit 16-Zoll- statt 17-Zoll-Rädern daherkommt, fällt schon eher erst beim Blick auf die Normverbrauchswerte auf. Dort liegt der Suzuki mit 4,5 l/100 km bzw. 103 g/km CO2 einen halben Liter unter dem motorisch identen Toyota. Was allerdings mehr über das WLTP-Messverfahren zur Ermittlung des Normverbrauchs aussagt, als über den Praxis-Verbrauch im echten Leben.

Nicht zuletzt wird der Swace aber auf einer Nebenfront Punkte sammeln können. Und zwar bei Fahrern, die keinen Zugang zu dem oft nervigen Gepiepse der meist zu nervösen Spurverlassenswarner finden können. Anders als bei Toyota lässt sich dieses nämlich im Suzuki nicht nur wegschalten. Es bleibt auch ausgeschaltet, bis es der Fahrer selbst wieder aktiviert.

Und meldet sich nicht ungefragt und automatisch nach dem nächsten Starten des Motors wieder zum Dienst.

 

Antrieb: Hybrid-Antrieb mit Vierzylinder Benziner und Elektromotor, E-CVT-Getriebe. Hubraum 1.798 cm3, Leistung Benziner 98 PS / 72 kW, Maximales Drehmoment 142 Nm bei 3.600 U/min. Leistung E-Motor 53 kW, max. Drehmoment 163 Nm. Systemleistung 122 PS / 90 kW. Abgasnorm EURO 6d-ISC-FCM.

Fahrleistungen: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h.

Fahrwerk: Vorne McPherson Federbeine, hinten Doppelquerlenker, vier Scheibenbremsen (vorne belüftet), Zahnstangenlenkung.

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4.655 x 1.790 x 1.460 mm, Radstand 2.700 mm, Wendekreis 10,4 m. Eigengewicht 1.400 kg, Höchstzulässiges Gesamtgewicht 1.835 kg, Anhängelast gebremst / ungebremst 750 / 450 kg. Kofferraumvolumen 596 l - 1.606 l. Tankinhalt 43 l.

Verbrauch: Normverbrauch 4,5 l /100 km, 103 g/km CO2. Testverbrauch 5,4 l /100 km.

Kosten: Suzuki Swace Hybrid 1,8 flash ab 30.890 €, Preis des Testwagens 31.380 €

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