Oben der Subaru BRZ, unten der Toyota GR86

Oben der Subaru BRZ, unten der Toyota GR86

© Michael Andrusio

Doppeltest

Toyota GR86 & Subaru BRZ: Sag zum Abschied Sayonara

Es sind die letzten klassischen Sportcoupés aus Japan hier zu Lande, die vor dem Auslaufen stehen. Ein letzter Test zum Abschied.

von Michael Andrusio

10/08/2023, 03:00 AM

Es sind klassische Sportcoupés der alten Schule, wenn man so will. Heißt, Antrieb auf die Hinterräder, Motor vorn, zwei Türen, Coupé-hafte Linie. Und das alles noch zu einem halbwegs vertretbarem Preis. Ja, früher gab es mehr Autos von dieser Sorte - vor allem aus dem Reich der aufgehenden Sonne.

Toyota und Subaru haben sich schon vor einiger Zeit zusammengetan, um ein Sportcoupé im Sortiment zu haben. Bei Toyota nennt man es GR86 und bei Subaru BRZ. Mittlerweile ist schon die zweite Generation auf dem Markt und es wird wohl auch die letzte sein - zumindest was den europäischen Markt betrifft. Toyota hat schon bei der Markteinführung 2022 verkündet, dass es den GR86 nur zwei Jahre lang geben wird. Subaru wollte den BRZ bei uns ursprünglich gar nicht mehr anbieten, holte aber in diesem Jahr noch ein limitierte Stückzahl von 30 als Final Edition nach Österreich.

Das Herz wird von Subaru geliefert und so bekommt das Coupé einen 2,4-l-Boxermotor. Der leistet nun 234 PS, das ist mehr als in Generation Nummer eins, aber trotzdem keine ausufernde PS-Zahl. Braucht man mehr? Nicht wirklich, der Motor gibt seine Kraft linear über das gesamte Drehzahlband ab, die Abgabe der Kraft steigt mit der Drehzahl ebenso wie das zunehmend kernige Geräusch - nie wirklich laut, aber stets grollend - wie man es sich von einem Auto so eines Schlags wünscht.

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Geschaltet wird mit einem sehr knackigen 6-Gang-Getriebe, wobei der Schalthebel genau dort platziert ist, wo man ihn haben will. Das Lenkrad liegt gut in der Hand und man hat da und dort Sitze mit gutem Seitenhalt. Die sind beim BRZ mit einer Kombination aus Leder und Ultrasuede (einer Art Alcantara) überzogen, beim Toyota gibt es diese Sitze mit der besser ausgestatteten Variante.

Gibt es Unterschiede? Viel Spielraum bietet die gemeinsame Hardware zwar nicht, aber trotzdem haben die Toyota und die Subaru-Entwickler ihr jeweiliges Auto einen Tick anders abgestimmt. Das manifestiert sich zum Bespiel dadurch, dass der Toyota in Kurven beim Tritt aufs Gaspedal schneller mit dem Heck zu wedeln beginnt als der Subaru, der länger neutral bleibt und wo die elektronische  Stabilitätskontrolle später eingreift. Klar, man hat Fahrmodi wie Sport oder Track, wo man die elektronischen Hilfen anders kalibrieren bzw. ganz ausknipsen kann (in letzterem Fall muss man halt wissen, was man tut). Die Lenkung ist bei beiden exakt und sowohl Subaru als auch Toyota lassen sich exakt um Kurven zirkeln.

Antrieb: 4-Zyinder-Boxermotor, Hubraum: 2387 cm3, Leistung: 234 PS, max. Drehmoment 250 Nm bei 3700/min, Heckantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe

Fahrleistungen: 0 - 100 km/h in 6,3 Sekunden, Spitze 226 km/h

Abmessungen: Länge x Breite x Höhe 4.265 x 1.775 x 1.310 mm, Kofferraumvolumen: 276 Liter, Gewicht: ca. 1.290 kg

Verbrauch: 8,8 Liter/100 km

Innen gibt es de facto keine Unterschiede. Zentral in der Mittelkonsole ist ein 8 Zoll großer Touchscreen verbaut, der sich im Prinzip aus Wesentliche beschränkt. Wenn man irgendwelche Apps oder Navi haben will, muss sich das über die Smartphone-Anbindung ins Auto holen.

Was hat uns weniger gefallen? Auch wenn sich die Autos dem Purismus verschrieben haben, wäre etwas weniger Hartplastik (zumindest im Sichtfeld) schöner. Und auch mehr brauchbare Ablagen wären hilfreich- aber für solche Dinge waren waren Sportcoupés, egal welcher Abstammung nie wirklich bekannt.

Preislich bewegt man sich naturgemäß auf einem ähnlichen Level. Der Subaru BRZ kostet als Final Edition 43.790 Euro (wenn man noch einen bekommt), der Toyota kostet mit vergleichbarer Ausstattung und Schaltgetriebe 41.790 Euro - wobei der Toyota aktuell nicht mehr neu bestellbar ist.

Fazit: Toyota GR86 und Subaru BRZ stehen für Sportcoupes der alten Schule, bei denen das Fahren im Mittelpunkt steht, ohne dass dabei der Preis nach oben hin ausufert. Uns werden sie fehlen.

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