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Test
12/27/2017

Toyota Prius Plug-in-Hybrid: Auffällig unauffällig

Vom neuen Prius bietet Toyota auch wieder eine Variante mit Plug-in-Hybrid an – diesmal mit mehr Reichweite.

Seit 2009 bietet der japanische Hybridpionier Toyota auch eine aufladbare Variante namens Prius Plug-in Hybrid. Ein größerer Akku, welcher an der Steckdose aufgeladen werden kann, sorgt für eine erhöhte rein elektrische Reichweite.

Wie bereits im Vorjahr angekündigt, gibt es nun neben dem neuen Prius auch wieder eine Plug-in-Version mit Ladekabel. Neuerdings gibt es auch einen Mitbewerber aus Korea, der nicht nur Hybrid kann, sondern auch Plug-in-Hybrid und rein elektrisch.

Wer bei sich zu Hause oder am Arbeitsplatz eine Möglichkeit hat, sein Auto an einer Steckdose aufzuladen, kann die völlig entladene Batterie innerhalb von gut drei Stunden mit 6,2 bis 6,3 kWh aus der normalen Haushaltssteckdose betanken.

 

Sofern Dose und ein passendes Kabel vorhanden sind, kann aber auch an stärkeren Steckdosen umso schneller aufgeladen werden. Je nach Fahrweise und Streckenführung schafften verschiedene Fahrer nach einer Vollladung zwischen 42 und 46 km, bis sich der 98-PS-Benziner zu Wort meldete (Herstellerangabe: Über 50 km). Dabei darf man bis zu 135 km/h schnell fahren. Das empfiehlt sich aber nicht, da die Reichweite dadurch extrem schnell abnimmt. Das optionale Solarzellendach soll pro Jahr Energie für bis zu 1000 km produzieren.

 

Ein fairer Vergleich mit Diesel- oder Benzinautos bezüglich der Kosten pro gefahrenem Kilometer ist schwierig. Zumal die Preisschwankungen und steuerlichen Belastungen bei Strom und Sprit sehr unterschiedlich sind.

Ausreichend Schub

Bei modernen Hybridfahrzeugen wie dem Prius müssen heute keinerlei Abstriche mehr gemacht werden, was Fahrspaß, Sicherheit oder Ausstattung angeht. Zwei Elektromotoren erreichen gemeinsam eine Leistung von 92 PS und sorgen für ansprechenden Schub bereits vom Start weg, ohne den Benzinmotor zu starten. Letzterer presst 98 PS aus 1,8 Liter Hubraum und führt zu einer Systemleistung von 122 PS.

 

Wie schon im Sommer 2016 beim Prius attestiert, hält sich auch beim Plug-in die stufenlose Automatik akustisch sehr zurück und störend hohe Motordrehzahlen wie sie früher oft bemängelt wurden, kommen kaum noch vor. Der Innenraum ist überhaupt sehr viel leiser und angenehmer geworden. Merkliche Unterschiede gibt es keine – mit Ausnahme des Kofferraumes, denn der ist beim Prius Plug-in Hybrid kleiner als beim normalen Prius, dafür ist der Kofferraumdeckel aus Karbon. Ansonsten erblickt man Bekanntes: Viel Hartplastik, das aber nicht billig wirkt. Alles ist aufgeräumt und es kommen keine großen Fragen auf. Einen Staubfetzen sollte es aber serienmäßig geben, denn die vielen schönen schwarz glänzenden Flächen wollen sauber gehalten werden.

Aggressivere Front

Obwohl die Grundform von Prius und Prius Plug-in gleich ist, erscheinen doch beide mit stark unterschiedlichen Front- und Heckansichten. Einer polarisiert wie der andere – das ist Pflicht für jeden Prius – aber der Plug-in besitzt die noch aggressivere und spannendere Front sowie einen Schwung im Heckspoiler. Das Design ist bei beiden kaum in Worte zu fassen. Der Anspruch ist hier wohl, aus dem Fuhrpark deutlich herauszustechen. Ganz anders die direkte Konkurrenz: Der Hyundai Ioniq scheint sich mit seinem – höflich ausgedrückt – mehrheitsfähigen Design geradezu unter den „normalen“ Autos verstecken zu wollen.

 

Die Plug-in-Variante von Toyotas Hybrid-Pionier ist nicht nur voll alltagstauglich, sondern auch spaßig zu fahren. Die moderne Technik hat allerdings ihren Preis:  38.890 Euro sind für den Prius Plug-in Hybrid mindestens fällig. Da ist aber schon sehr viel Ausstattung von Haus aus mit an Bord.

von Daniel Schubert

Technische Daten

Antrieb: 4-Zylinder-Benziner, Hubraum 1798 cm³, Elektromotor Betriebsspannung: 650 V, Lithium-Ionen-Batterie (95 Zellen), 8,8 kWh,

Benziner: 98/72 PS/kW

E-Motor: 92/68 PS/kW

Gesamtleistung: 122/90 PS/kW

maximales Drehmoment: 142 Nm bei 3600 U/min

Frontantrieb, Planetengetriebe, Beschleunigung 0-100 km/h in 11,1 s, Spitze 162 km/h, Euro 6.

Fahrwerk: Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen. Hinten Doppelquerlenker, vier Scheibenbremsen (vorne innen belüftet), regenerative Bremse mit kooperativer Steuerung, elektr. Antiblockiersystem ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm, Zahnstangenlenkung mit elektrischer Unterstützung. Garantie 3 Jahre / 100.000 km.

Maße (L x B x H):4645 x 1760 x 1470 mm

Wendekreis: 10,2 m Radstand: 2700 mm

Kofferraum: 360 bis 1204 l Zuladung: 250 kg Gesamtgewicht: 1855 kg Tankinhalt: 43 l

Normverbrauch: Gesamtsystem 1,0 l/100 km 22 g/km CO²

Testverbrauch: Hybridmodus/E-Modus 3,7 l/100 km 19 kWh/100 km

Preis:38.890 €/Preis Testwagen: 41.940€

Motorbezogene Versicherungssteuer: 357,12 €