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© Honda

Zweirad
02/05/2020

Die neuen Abenteuer-Bikes: Der Wille zu neuen Wegen

Egal, ob man damit auf Schotter unterwegs ist oder auf Autobahnen das Weite sucht: Diese Bikes können alles. Und das immer besser.

Das meistverkaufte Motorrad Österreichs? Die BMW R 1250 GS, wieder einmal. Aber auch auf den restlichen Plätzen der Top Ten tummeln sich viele Reiseenduros, und das aus gutem Grund: Sie sind Allrounder im besten Sinn, schließen also keine Kompromisse, sondern können – fast – alles.

Honda Africa Twin 1100

In nur vier Jahren hat Honda mehr Africa Twin verkauft als von allen Modellgenerationen zuvor: Man hat anscheinend alles richtig gemacht, und dennoch gibt es für die kommende Saison eine überraschend tiefgreifende Überarbeitung. Sie umfasst nicht nur den Motor (mehr Hubraum, mehr Leistung und Drehmoment), sondern auch den Rahmen, das Fahrwerk und die Elektronik, die nun – endlich – um ein Kurven-ABS und eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle ergänzt wurde. Langstreckenreiter werden auch über den lange erwarteten Tempomaten jubeln.

Sichtbar wird das Elektronik-Upgrade am 6,5 Zoll großen TFT-Display, der serienmäßig mit dem Handy gekoppelt werden kann und, sofern es sich um ein iPhone handelt, auch Apple CarPlay beherrscht.

Schärfer getrennt wurden nun die beiden Modellversionen der Africa Twin. Das Basismodell zeigt sich schlanker und auf möglichen Offroad-Einsatz fokussiert. Die Adventure Sports hingegen wird noch deutlicher als bisher als üppig ausgerüsteter Reisebegleiter positioniert, unter anderem mit Kurvenlicht und noch größerer Scheibe. Im Gegenzug wurden die überzogenen Federwege reduziert, womit auch die Sitzhöhe auf 850/870 Millimeter sinkt.

Erstmals ist für die Adventure Sports ein E-Fahrwerk erhältlich, Hondas Doppelkupplungsgetriebe DCT steht für beide Versionen in der Aufpreisliste. Die bereits bei den Händlern angekommene neue Africa Twin startet ab 15.990 Euro.

KTM390 Adventure

Reiseenduros sind groß, stark, schwer und teuer? Die neue KTM beweist in allen Punkten das Gegenteil. Wer mit 44 PS das Auslangen findet, erhält ein trocken nur 158 Kilo leichtes Bike, das keineswegs zum Verzicht mahnt. Vom TFT-Display bis zum Kurven-ABS samt Offroad-Modus bis hin zu vielfach einstellbaren Fahrwerkselementen ist hier vieles an Bord, das sogar manche großen Bikes vermissen lassen. Preis ab 6899 Euro.

Triumph Tiger 900

Alles neu an der neuen Tiger: Die drei Zylinder wurden vergrößert (die Leistung allerdings bei 95 PS eingefroren), Rahmen und Fahrwerk frisch konstruiert. Das Programm besteht aus fünf Versionen: dem puristisch ausgestatteten Basismodell, GT, GT Pro, Rallye und Rallye Pro. Abgesehen vom Basismodell besitzen alle Versionen ein großes 7-Zoll-TFT-Display, Kurven-ABS und eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Die GT richtet sich mit Gussfelgen eher an Straßenfahrer, die Rallye mit Speichenrädern und längeren Federwegen an Gelegenheits-Enduristen. Die Pro-Versionen sind extra-üppig ausstaffierte Gesellen, unter anderem mit elektronischem Federbein bei der GT Pro und einem zusätzlichen Offroad-Fahrmodus bei der Rallye Pro. Ab März und ab 12.800 Euro.

Suzuki V-Strom 1050

Die neonbunte Farbenpracht der frühen Neunzigerjahre stand Pate für das jüngste Update von Suzukis Bestseller. Nebenbei fanden die Techniker noch ein Alzerl mehr Leistung (108 PS). Das Basismodell mit Gussrädern zeigt den neuen Look mit kantigem LED-Scheinwerfer, die meisten neuen Features sind aber dem XT-Modell mit Speichenfelgen vorbehalten: Tempomat, Berganfahrhilfe, Wheelie- und Stoppie-Control, Handschützer, LED-Blinker sowie ein ABS, das die aktuelle Beladung ermittelt und in die Regelstrategie miteinbezieht. Kommt im März ab 14.890 Euro.

Ducati Multistrada 1260 S Grand Tour

Wer alles und noch ein wenig mehr will, der kann ab sofort zu dieser neuen High-End-Version der Multistrada greifen. Zum Preis von 24.295 Euro sind nicht nur die opulenten Austtattungen der S-Version, sondern auch Seitenkoffer, LED-Zusatzleuchten, Heizgriffe, der Hauptständer und ein Reifendruck-Kontrollsystem an Bord. Obendrein erhält man eine Speziallackierung.

Moto Guzzi V85 TT Travel

Nach dem gleichen Schnittmuster stellt auch Moto Guzzi eine Spezialversion seiner im letzten Jahr neu eingeführten Reiseenduro auf die Räder. Hier sind die Seitenkoffer ebenfalls bereits serienmäßíg montiert, dazu gesellen sich die höhere Tourenscheibe, Heizgriffe, LED-Zusatzscheinwerfer und das Connectivity-System, das eine Anbindung des Smartphones sowie eines Headsets ermöglicht. Die Speziallackierung heißt hier Sabbia Namib. Die Reisesaison startet bei Guzzi im Mai und ab 14.999 Euro.