Zweirad
28.01.2019

Die neuen Adventure-Bikes: Über das Verschieben der Grenzen

Sie sind die SUV unter den Motorrädern: Adventurebikes für nähere und weitere Reisen mit Abstecher auf Schotter oder Sand.

Die Beliebtheit des Segments ist ungebrochen: Unter den Top Ten der zugelassenen Motorräder des Vorjahrs befinden sich gleich vier Reiseenduros. Und der Bestseller ist wie in den Jahren zuvor die BMW R 1200 GS, die für die neue Saison zur R 1250 GS weiterentwickelt wurde. Doch nicht nur BMW ist fleißig, fast jede Marke hat ein neues Modell oder zumindest Updates parat – mit mehr Luxus, mehr Power, mehr Technologie. Wir präsentieren die wichtigsten Newcomer.

Moto Guzzi V85 TT

Ein großer Schritt für eine kleine Marke: Mit der neuen Reiseenduro kehren die Italiener in dieses populäre Segment zurück und ordnen sich passgenau in der Mitte ein. Die völlig neu entwickelte Plattform – die auch für den Launch weiterer Modelle dienen wird – präsentiert einen Stahlrohrrahmen ohne Unterzüge, dem neuen 850er-Motor mit 80 PS kommt daher auch eine tragende Rolle zu. Typische Charaktermerkmale von Moto Guzzi wie die Luftkühlung und der Kardanantrieb sind aber erhalten geblieben. 229 Kilo ordnen sich unauffälliger in die Klasse ein als das Design mit den LED-Rundscheinwerfern. Ein TFT-Display ist in dieser Liga auch nicht selbstverständlich, genauso wie Tempomat, Traktionskontrolle, drei Fahrmodi und ein einstellbares Fahrwerk. Preis: ab 12.999 Euro.

KTM 790 Adventure

Am gleichen Spielfeld wie die Guzzi tritt auch die neue Mittelklasse-Reiseenduro von KTM an – in zwei Trikots, wenn man so will: als ausgewogeneres Basismodell und als offroad-affine R-Version. Beide besitzen den neuen Reihen-Zweizylinder, der hier mit 95 PS auftritt, sowie ein großes 21-Zoll-Rad vorne. Spektakulär niedrig ist das Gewicht mit fahrfertig rund 205 Kilo. Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle, ein 5-Zoll-TFT-Display mit Connectivity-Funktionen und Fahrmodi sind ebenfalls Standard. Ein Tempomat, der zusätzliche Fahrmodus „Rallye“ und der Quickshifter kosten Aufpreis. Die Unterschiede liegen im Fahrwerk, das beim R-Modell längere Federwege und mehr Verstellmöglichkeiten aufweist, aber für eine deutlich gestiegene Sitzhöhe sorgt. Ein kleinerer Windschild und eine einteilige Rallye-Sitzbank sind weitere optische Kennzeichen der R. Preise: 13.999 Euro fürs Basismodell und 15.199 Euro für die R.

BMW R 1250 GS/R 1250 GS Adventure

Mit einer Evolution des Boxermotors startet BMW in die neue Saison. Der legendäre Zweizylinder erhält nicht nur mehr Hubraum, sondern auch verstellbare Nockenwellen. Diese „ShiftCam“ genannte Technologie ermöglicht es Steuerzeiten und Hub im unteren Drehzahlbereich und bei Teillast anzupassen. So lässt sich ein geschmeidigeres Ansprechverhalten im unteren mit mehr Leistung im oberen Bereich kombinieren. Die neuen Werte: 136 PS und 143 Newtonmeter. Im Zug des Motor-Updates wurde auch die Ausstattung angehoben: das 6,5-Zoll-TFT-Display ist nun serienmäßig, genauso wie die Hill Start Control und eine Dynamic Brake Control. Das treibt auch den Preis in die Höhe: die R 1250 GS kostet 19.700 Euro, die Adventure-Version 21.450 Euro.

Kawasaki Versys 1000

Genau konträr zur BMW verhält es sich bei Kawasakis großer Reiseenduro. Hier blieb der Motor praktisch unangetastet, während sowohl Design als auch Ausstattung auf den neuesten Stand gebracht wurden. Zudem sind hier nun zwei Versionen verfügbar. Während Kurven-ABS, Schräglagen-Traktionskontrolle und Fahrmodi schon beim Basismodell serienmäßig sind, punktet die SE mit einem TFT-Display, Kurvenlicht, Quickshifter, einem Touring-Windschild und vielem mehr. Preise: 16.199 Euro für die Basis, 19.999 Euro für die SE.

BMW F 850 GS Adventure

Die im Vorjahr verspätet eingeführte F 850 GS erhält nun programmgemäß eine noch abenteuerlustigere Schwester. Spezielle Merkmale sind der bessere Windschutz, der auf 23 Liter vergrößerte Tank und Schutzbügel, dazu gibt’s noch ein paar weitere Modifikationen im Detail. Der Aufpreis auf die schlanke Schwester beträgt 1550 Euro, womit die Adventure auf 15.000 Euro gradaus kommt.

Honda CB500X

Soll’s deutlich günstiger sein, dann empfiehlt sich ein Blick auf die deutlich umgearbeitete Zweizylinder-Honda. Das X-Modell besitzt nun ein 19-Zoll-Vorderrad, ein markanteres Styling mit LED-Scheinwerfer, ein LC-Display mit Ganganzeige und eine neue, leichtgängigere Anti-Hopping-Kupplung. Das vollgetankt 197 Kilo leichte, 48 PS starke Bike kostet 7190 Euro.

KTM 690 Enduro

Zwar deutlich teurer, aber nochmals leichter ist die klassische Einzylinder-Enduro, die KTM heuer erfrischt ins Programm nimmt. Sie wiegt lediglich 146 Kilo (ohne Sprit), leistet 74 PS und ist neuerdings mit vielen elektronischen Feinheiten ausstaffiert: Kurven-ABS, Schräglagen-Traktionskontrolle, Quickshifter und zwei Fahrmodi. Preis für die schlanke Grazie aus Österreich: 11.899 Euro.