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Zweirad
05/04/2021

Test: Was kann die neue Ducati Monster?

Umbruch und Neustart nach 28 Dienstjahren: Die italienische Diva pfeift auf Traditionen und nimmt das Leben ab sofort auf die leichte Schulter

Der Aufschrei der Gralshüter war groß, als Ducati im vergangenen Dezember die neue Monster aus dem Zylinder zauberte. Hatte man schon vor einigen Jahren den luftgekühlten Motor in Pension geschickt, so war diesmal der stählerne Gitterrohrrahmen an der Reihe.

Und so sucht man mittlerweile hart nach Merkmalen, die an den Jahrhundertwurf von Miguel Galluzzi aus 1993 erinnern. Der Katzenbuckel-Tank? Der Rundscheinwerfer, heute mit LED-Technologie?

Die Frage drängt sich natürlich auf: Warum muss eine Monster sich ewig treu bleiben? Es mag einfach die Bürde des Namens sein. So wie Volkswagen seinerzeit vom Käfer zum Golf gewechselt ist, hätte ein neuer Name das Naked Bike wohl von der Last seiner Herkunft befreit und klarer signalisiert, dass hier ein Neubeginn stattfindet.

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Die wichtigste Stoßrichtung des Generationensprungs zielt auf Gewichtsersparnis ab. Gut 18 Kilo liegen zwischen der letzten Monster 821 und der neuen Generation, die den 111 PS starken 937-Kubik-Testastretta als Antrieb nützt.

Verschlankt wurde überall, den größten Anteil hat aber das mehrteilige Rahmenkonzept, das den V2-Motor als mittragendes Element instrumentalisiert. Den Lenkkopf trägt eine Aluminium-Konstruktion, die Sitzbank ein Ausleger aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Unterm Strich wiegt die neue Monster mit zu 90 Prozent gefülltem 14-Liter-Tank nur mehr 188 Kilo und zählt damit zu den leichtesten ihrer Liga.

Aufgerüstet

Hochmodern präsentiert sich nicht nur die Lichtanlage – mit rundem LED-Tagfahrlicht und LED-Lauflichtblinkern! –, sondern auch die elektronische Fahrassistenz: Kurven-ABS, Schräglagen-Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle und ein Launch-Assistent für Raketenstarts sind serienmäßig. All das wird über komplexe Fahrmodi und einen 4,3-Zoll-TFT-Bildschirm gemanagt. Ach ja, ein Schaltassistent für kupplungsfreies Hinauf- und Hinunterschalten ist ebenfalls an Bord.

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Die Sitzhöhe von 820 Millimeter wirkt in Verbindung mit der schlanken Taille äußerst moderat, sie lässt sich bei Bedarf über einen niedrigeren Sitz und ein gekürztes Fahrwerk bis 775 Millimeter absenken. Doch nicht nur wegen der geänderten Ergonomie, die auch einen erhöhten und näher zum Fahrer gerückten Lenker einschließt, ist die Monster sehr einsteigerfreundlich. Sie ist weit weniger furchteinflößend wie andere Modelle in dieser Klasse, fährt sich rund statt scharfkantig, neutral statt radikal, ohne sportliche Routiniers zu langweilen.

Damit sollte Ducati zumindest mit den fahrdynamischen Qualitäten sein Ziel erreichen, nämlich einen breiteren, gerne auch jüngeren Kundenkreis zu erreichen.

In Österreich wird nur die Plus-Version der Monster angeboten, also mit Sozius- und Cockpitabdeckung. Wer noch mehr möchte: In der Aufpreisliste locken Smartphone-Connectivity, Heizgriffe, viele Teile aus Carbon oder gefrästem Alu, ein (natürlich legaler) Termignoni-Schalldämpfer und Design-Kits, die mit auffälligen Aufklebern das Design weiter verjüngen. Der Preis beträgt 13.795 Euro, die ersten Auslieferungen sollten noch im April starten.

Antrieb

V-Zweizylinder, flüssiggekühlt, DOHC, 937 cm3; 82 kW/111 PS bei 9250 U/min, max. Drehmoment 93 Nm bei 6500 U/min; 6 Gänge, Kette.

Fahrwerk

Alu-Monocoquerahmen, 43-mm-USD-Gabel, Mono-Stoßdämpfer, vorne zwei 320 mm Scheibenbremsen, 245 mm Scheibenbremse hinten; Reifen 120/70-17 und 180/55-17

Maße/Gewicht

Radstand 1474 mm, Sitzhöhe 820 mm, Gewicht fahrfertig: 188 kg, Tank 14 Liter

Preis 13.795 Euro

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