Zweirad
04/22/2019

Honda arbeitet am Wasserstoff-Motorrad

Hat die Brennstoffzelle im Bike noch eine Chance gegen den Elektroantrieb? Ein Österreicher leistete Pionierarbeit.

Ein Motorrad mit Wasserstoff-Brennstoffzelle klingt zunächst einmal so bizarr, dass man fast an einen Aprilscherz glauben möchte. Schließlich muss nicht nur eine schwere Batterie untergebracht werden, sondern auch noch die Wasserstofftanks und der Stack, was schon bei Autos nicht immer einfach ist. Doch 2017 wurde publik, dass Honda sich mit den Konkurrenten Nissan und Toyota zusammengetan hat, um an der Brennstoffzellen-Technik zu arbeiten, und zwar nicht nur bei Autos, sondern auch bei Motorrädern. Ende 2017 tauchte dann ein Honda-Patent für ein Brennstoffzellen-Motorrad auf. Im Jahr 2018 war nicht viel von dem Projekt zu hören, doch nun gibt es wieder Neues.

Eine neue Patentanmeldung vom 9. April 2019 beschreibt ein Luftansaugsystem für ein Motorrad mit Brennstoffzelle. Dabei geht es um in die Verkleidung eingebettete Lufteinlässe. Durch sie strömt die Luft in die Brennstoffzelle, die als Sauerstoffquelle benötigt wird. Die Einlasskanäle sind so gestaltet, dass sich an einem "Wendepunkt" Staub und Wasser ansammeln statt in die Brennstoffzelle zu gelangen. Nachdem die Luft durch die Brennstoffzelle geströmt ist, wird sie mit Hilfe eines Lüfters nach hinten ausgestoßen.

Die Patentzeichnungen zeigen auch, dass das Bike eine normale Silhouette mit zwei Scheinwerfern übereinander und ohne Windschutzscheibe erhält. Der Wasserstofftank befindet sich unter dem Sattel und die Kraft wird offenbar nicht über eine Kette, sondern über eine Art Welle auf das Hinterrad geleitet.

Ob ein Wasserstoff-Brennstoffzellen-System in einem Motorrad praktikabel ist, bleibt abzuwarten. Auf der einen Seite ist Wasserstoff praktisch: Man kann anhalten, schnell auftanken und ist schneller wieder auf der Straße, als wenn man ein Elektrofahrzeug aufladen muss. Und hinten kommt nur Wasser raus.

Andererseits ist das Netz von Wasserstofftankstellen noch sehr löchrig. Außerdem haben sich die Big Four der Motorradbranche (YamahaSuzukiKawasaki und Honda) jüngst zu einem Konsortium für die Entwicklung einer Batterie-Swap-Technik zusammengeschlossen.

Quelle: Free Patents Online

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Pionier aus Österreich

Die Idee des Wasserstoff-Motorrads ist freilich nicht neu. Der gebürtige Wiener Karl Kordesch experimentierte in den USA zunächst mit Batterien und baute 1970 ein Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle. Kurze Zeigt später baute er eine Puch zu einem Brennstoffzellen-Zweirad um, mit dem er unter anderem durch New York fuhr.

Kordesch, der auch als Erfinder der Alcali-Batterie gilt, starb 2011 in den USA.