CBR500R

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Zweirad
05/13/2019

Honda CB500F/CB500X/CBR500R: Spielerisch, aber kein Spielzeug

Das Dreigestirn in der Mittelklasse wurde noch versierter, hübscher, edler.

Seit 2013 fächert Honda sein Angebot in der populären Halbliterklasse auf drei Modelle auf: ein universelles Naked Bike, ein Sportbike und ein Crossover-Motorrad. Nach einem Update im Jahr 2016 fand nun erneut ein Modernisierungsschub statt, der alle drei Modelle betrifft und vor allem auch deren Profile schärfen sollte.

Beginnen wir bei den Modifikationen, die alle drei betreffen: LED-Scheinwerfer und -Blinker sind nun Standard, ebenso ein neues LC-Display mit prominent platzierter Ganganzeige. Ein kleines Re-Tuning beschert dem Reihen-Zweizylindermotor eine fülligere Drehmomentkurve im unteren und mittleren Bereich, während die Spitzenleistung unangetastet blieb; sie schöpfte mit 48 PS das erlaubte Maximum in der A2-Führerscheinklasse bislang bereits aus. Ein Schalldämpfer mit zwei Endrohren setzt die Power akustisch besser in Szene.

Ebenfalls neu ist die Kupplung, die nun eine Anti-Hopping- sowie eine Assist-Funktion besitzt. Letztere sorgt dafür, dass die benötigten Handkräfte halbiert werden und sich der Kupplungshebel nun mit dem kleinen Finger betätigen lässt.

Kleine Updates beim Fahrwerk, ein neuer Heckrahmen und durchgehend etwas weniger Gewicht sind weitere Kennzeichen des neuen Jahrgangs.

Im Fall der CB500F beträgt das Gewicht nun 189 Kilo, gemessen mit vollem 17,1-Liter-Tank. Diese Leichtigkeit sorgt gemeinsam mit dem etwas schubstärkeren Motor für muntere Fahrleistungen, wobei die wahre Stärke des Naked Bikes in seiner extrem einfachen Fahrbarkeit und der enormen Quirligkeit liegt. Definitiv eine der attraktivsten Möglichkeiten für junge Fahrer, in die Mittelklasse einzusteigen, zumal die CB500F nun mit edlen Teilen wie einem konifizierten Lenker keineswegs wie ein Budget Bike wirkt – aber mit 6590 Euro die Einstiegsschwelle niedrig hält.

Racing-Geschmack

Die sportliche Spielart des Naked Bikes hat nun noch deutlich mehr an Racing-Charakter gewonnen: Die geteilten Lenker der CBR500R wurden tiefer und weiter vorne angesetzt, wodurch der Oberkörper des Fahrers um acht Grad weiter nach vorne geneigt werden muss. So steigt zwar der Druck auf die Handgelenke, aber in erträglichem Maß. Durch die neue Lenkerposition konnte auch die gesamte, nun noch schärfer geschnittene Front tiefer angesetzt werden, was dem aerodynamisch-schnittigen Auftritt entgegenkommt.

Naturgemäß eine Spur weniger agil als das Naked Bike ist auch die CBR ein einfach zu fahrendes Motorrad, das mit 192 Kilo vollgetankt um drei Kilo abgespeckt hat. Der Preis: 7190 Euro.

Leichtes Abenteuer

Um den gleichen Betrag steht auch die noch umfangreicher überarbeitete CB500X im Programm. Sie wurde vom Crossover- zum Adventurebike umgerüstet, bekam ein 19-Zoll-Vorderrad, längere Federwege und einen deutlich besseren Wind- und Wetterschutz samt um 20 Millimeter höherer Scheibe. Sie lässt sich zudem nochmals um 40 Millimeter höher montieren. Ein reichhaltiges Zubehör mit Gepäcksystem, Schutzbügel, Nebelscheinwerfer und Co. sorgt dann endgültig für den vollen Abenteuergeschmack.

 

Beim Fahren fällt hier der höhere Komfort dank der langen Federwege auf, während das Einlenken auch mit dem größeren Vorderrad leichtfüßig und neutral wirkt. Nur bei schnellen Wechselkurven benötigt man ein Alzerl mehr Kraft am nunmehr breiteren, etwas höher angesetzten Lenker. Da die Sitzhöhe moderat auf 815 Millimeter gestiegen ist, wurde im Gegenzug der Sattel schmäler geformt, was auch kleinere Fahrerinnen und Fahrer nicht ausschließt.

Das Gewicht der CB500X beträgt 197 Kilo mit hier größerem 17,7-Liter-Tank, der in Zusammenspiel mit dem bekannt sparsamen Motor Reichweiten von knapp 500 Kilometern ermöglicht – und damit fast alle großen Adventurebikes zumindest in dieser Hinsicht klar überflügelt.