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© Honda

Zweirad
03/22/2020

Honda CRF1100L Africa Twin: Doppelschlag gegen das Fernweh

Kräftiger Relaunch der legendären Reiseenduro mit mehr Leistung, smarter Elektronik und semiaktivem Fahrwerk

Lebende Legenden lassen sich nur ungern von ihrem angestammten Platz verdrängen. Die Africa Twin von Honda führt diesen Kampf an der Spitze seit mehr als drei Jahrzehnten, als sie der damals schon etablierten BMW R 80 G/S ein frisches Konzept entgegensetzte.

Erfolgreich. Denn wenn es um die Sehnsucht nach Wüste und Abenteuer auf zwei Rädern geht, sind es diese beiden Motorräder, die sich am nachhaltigsten am Markt verankert haben.

Honda hatte sich eine recht lange Pause gegönnt, in der die Africa Twin nicht am Markt vertreten war, ließ sie dann aber mit einem Feuerwerk an technischen Innovationen im Modelljahr 2016 wieder auferstehen. Statt des alten V2-Dreiventiler mit 750 Kubik kam ein Reihenzweizylinder mit einem Liter Hubraum und aktueller Vierventiltechnik zum Einsatz.

Mit dem großen Relaunch des Jahrgangs 2020 leistet der jetzt 1084 statt 998 Kubikzentimeter verdrängende Twin 102 PS und 105 Newtonmeter, was ihn über das gesamte Drehzahlband satter und mit einer sehr linearen Charakteristik antreten lässt.

Die Africa Twin ist weiterhin in zwei klar voneinander unterscheidbaren Grundvarianten lieferbar, wobei die Rollenverteilung verändert wurde: Die Adventure Sports um 18.690 Euro wird als reiseorientierte Luxusversion positioniert, das vergleichsweise puristische, 2000 Euro günstigere und schlicht Africa Twin genannte Basismotorrad richtet seinen Fokus auf verstärkte Offroad-Einsätze.

Technisch kennzeichnen zwölf Kilo weniger, ein 18,8 statt 24,8 Liter fassender Tank und weniger Ausstattungsmöglichkeiten das günstigere Modell.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Africa Twin ist ihr Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Der umfassende Relaunch der Africa Twin des Jahrgangs 2020 beinhaltet auch eine grundlegende Überarbeitung dieser besonderen Art des automatischen Gangwechsels. Die elektronische Steuerung erkennt jetzt das Durchfahren von Kurven und wählt je nach Geschwindigkeit den am besten geeigneten Gang. Zusätzlich kann man verschiedene Grundabstimmungen einstellen, die von sehr sportlich mit entsprechend hohen Drehzahlen bis zur gemütlichen Drive-Variante reichen.

Die ersten Fahreindrücke bei einem ausgiebigen Test auf kurvenfreudigen Asphaltbändern und staubigen Offroadstrecken bescheinigen dem neuen DCT ein Höchstmaß an „künstlicher Intelligenz“.

Wer lieber selbst schaltet, verzichtet einfach auf die DCT-Option und spart dabei acht Kilo und 1300 Euro. In diesem Fall empfiehlt sich jedoch die Anschaffung des Quickshifters für 649 Euro, der ein weiches Hinauf- und Hinunterschalten ohne Kupplungsbetätigung ermöglicht.

Schlaue Sensoren

Ihre Kurvenerkennung verdankt das DCT einer neuen Inertialmesseinheit mit sechs Achsen, von der auch die Daten für das Kurven-ABS, die dreistufige Wheeliekontrolle und die Stoppie-Kontrolle kommen. Überhaupt hat die Africa Twin in Sachen Elektronik enorm zugelegt und bietet inklusive eines 6,5-Zoll TFT-Touchscreens sämtliche Möglichkeiten, die man von einem Adventure-Bike der Oberklasse erwartet.


Von der Gasannahme über die Traktionskontrolle bis zum Kraftaufwand für die Betätigung des Quickshifters ist alles per Knopfdruck einstellbar. Nur für die Adventure Sports ist erstmals das semiaktive Fahrwerk EERA gegen 1800 Euro Aufpreis verfügbar. Seine Wirkung ist schlicht unwiderstehlich. Trotz des bereits äußerst hochwertigen Dämpfungsverhaltens verwandelt sich die Africa Twin damit in ein fast schon perfektes „Transformer-Bike“, das unter allen realistischen Bedingungen vollkommen neutral auf Fahrbahnunebenheiten und Fahrkommandos reagiert.

Wer einen potenten Reisebegleiter für die kommende Saison sucht, sollte eine Probefahrt mit der neuen Africa Twin jedenfalls nicht auslassen.

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