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Zweirad

Kawasaki Z650RS: Heute wie damals

Passend zum Jubiläum: Ein kleiner Funke reicht, um das Feuer neu zu entzünden

05/24/2022, 05:00 AM

In den Siebzigern des letzten Jahrtausends lehrten die berüchtigten Z-Modelle von Kawasaki nicht nur der Konkurrenz das Fürchten, sondern auch den Fahrern der mit viel Leistung und schwachem Fahrwerk und Bremsen ausgestatteten Motorräder.

Die Zeit der als Witwenmacher geltenden Naked Bikes ist zum Glück vorüber; was blieb ist die Sehnsucht nach der unerreicht eleganten Formensprache von damals. Der starke Retro-Trend der letzten zehn Jahre mag zwar seinen Höhepunkt schon überschritten haben, doch solange es Modelle wie die Kawasaki Z650RS gibt, die nicht nur geschmackvoller gestaltet sind als ihre modernen Grundmodelle, sondern auch eine harmonischere Fahrdynamik mitbringen, müssen Nostalgiker nicht das Ende der Welt fürchten.

Retro-Romantik

Kawasaki versorgt Retro-Fans regelmäßig mit neuen oder aufgefrischten „Modern Classics“ und leistet dabei grundsätzlich geschichtstreue und überzeugende Arbeit.

Sicher hätte man der Z650RS noch ein paar modellspezifische Designanpassungen an Motor, Auspuff und Schwinge angedeihen lassen können, doch auch so steht vor uns zweifellos ein attraktiver Neo-Klassiker.

Insgesamt ist die Liebe zum Detail nämlich durchaus groß: Die Logos sind (bei der grünen und schwarzen Version) aufgesetzt und nicht nur -geklebt; obwohl man das TFT-Display samt Connectivity von der Z650 übernehmen hätte können, verbaute man ein standesgemäßes Doppel-Rundinstrument, in das unauffällig ein inverses LC-Display integriert wurde – mit Tankanzeige, Durchschnittsverbrauch, Restreichweite und vielem mehr; beide Hebel sind fünffach verstellbar, die Fußraster gummiert und durch Zusatzgewichte vibrationsgedämpft; und die goldenen 20-Speichen-Felgen unseres grünen Testmotorrades sind ein (serienmäßiger) Hingucker.

Die schlanke einteilige Sitzbank und eine Sitzhöhe von moderaten 820 Millimetern erlauben es auch kleineren Fahrern, das leichte Motorrad selbstbewusst und sicher zu pilotieren. Im Zubehörangebot ist außerdem eine nur 800 Millimeter hohe Sitzbank erhältlich.

Freundlicher Charakter

Die Sparsamkeit des 68 PS starken Reihentwins, der laut Werk nur 4,3 Liter je 100 Kilometer verbrauchen soll, tröstet über das kleine Tankvolumen von zwölf Litern hinweg. Auch bei unserer sportlichen Ausfahrt genehmigte sich die RS maximal 4,8 Liter.

Bereift mit Dunlop Sportmax Roadsport 2 startete die Ausfahrt in Marseille und führte ins Gebirge im Landesinneren. Mit ihrem Fliegengewicht, dem erhöhten Lenker und dem 160er-Hinterreifen fährt sich die Kawa spielerisch, neutral und präzise.

Das Fahrwerk wird selbst in schnellen Kurven und beim harten Anbremsen nicht nervös oder fühlt sich zu weich an. Apropos Bremsen: Die Doppelkolbenzangen vorne verfügen über ein sensibles Ansprechverhalten, eine feine Dosierung und einen außerordentlich festen Biss.

Die Z650RS bietet ein immer seltener werdendes Fahrgefühl ohne Fahrmodi, Traktionskontrolle oder Connectivity. Lediglich ein ABS erinnert einen an die Gegenwart, ansonsten fährt man wie damals – nur besser.

Motor/Antrieb
R-Zweizylinder, flüssig gekühlt, DOHC, 8V; 649 ccm; 50 kW (68 PS) bei 8000 U/min; max. Drehmoment 64 Nm bei 6.700 U/min; 
6-G-Getriebe; Kette

Fahrwerk
Stahlrohrrahmen, 41-mm-Telegabel, Mono-Stoßdämpfer, vorne zwei 300-mm-Scheiben, hinten 220-mm-Scheibe, Reifen 120/70-17 und 160/60-17


Maße/Gewichte Radstand: 1.405 mm, Sitzhöhe: 820 mm, Gewicht: 187 kg, Tank: 12 l
Preis 8.299 Euro

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