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Zweirad

Piaggio One Active: Kurze Wege in aller Stille

Ein feingliedriger Elektroroller mit praktischen Meriten, zum vergleichsweise moderaten Preis, aber auch mit überschaubarer Performance

von Peter Schönlaub

05/29/2022, 05:00 AM

Mit der Vespa Elettrica war Rollergigant Piaggio einer der Vorreiter im Bereich der urbanen Elektromobilität. Jetzt schießt man ein zweites Modell nach, das in fast jeder Hinsicht anders ist: Der Piaggio One ist klein, leicht, simpel gestrickt und vergleichsweise günstig. Außerdem unterscheidet er sich in einem ganz wichtigen Punkt von der elektrischen Vespa: Im One lässt sich der Akku ganz einfach entnehmen und an der Steckdose laden. Kein unwesentlicher Vorteil, wenn man im fünften Stock eines Wohnhauses residiert.

Kurz zur grundsätzlichen Einordnung: Der sehr kompakt geschnittene Piaggio One ist vom Wesen her eigentlich der Mopedklasse zuzuordnen – also der auf 45 Stundenkilometer limitierten Unterliga, zu der man ab dem Alter von 15 Jahren Zugang hat. Für alle, die bereits älter sind und etwas mehr wollen, hat Piaggio aber auch die zweite Version One Active aufgelegt. Sie ist in der L3e-Klasse verortet und erschnauft offiziell 60 Stundenkilometer. Um damit zu fahren, benötigt man entweder einen A1-Schein oder die Zusatzausbildung zur Auto-Lizenz namens Code111.

Gelassenheit regiert

Da wir hier also eigentlich ein Moped haben, darf man sich vom One Active keine Performance-Wunder erwarten. Mit knapp drei PS Leistung reißt man keine Bäume aus, beim Ampelstart steht das Gleiten vor dem Hetzen. Theoretisch dürfte man sogar auf Autobahnen fahren, doch mit dem Topspeed von 60 km/h – erreichbar nur auf ebener oder abschüssiger Strecke – will man doch lieber nicht zum rollenden Hindernis für 40-Tonner werden.

Für den reinen Stadtbetrieb bringt der Piaggio One Active allerdings viele gute Eigenschaften mit: Seine kleinen 10-Zoll-Räder und das niedrige Gewicht von 94 Kilo inklusive 15-Kilo-Akku sorgen für Quirligkeit und rasches Durchkommen. Dazu kommt eine verblüffende Einfachheit in der Bedienung und eine hohe Qualität der technischen Komponenten.

Abseits sportlicher Attitüden fährt sich der One Active angenehm, ja richtig komfortabel. Man merkt, dass hier im Detail viel Feinschliff betrieben wurde, etwa an der hochwertigen Alu-Schwinge. Besonders eindrucksvoll: die druck- und damit wirkungsvollen Bremsen. Ein ABS ist zwar leider nicht an Bord, dafür ein Kombi-Bremssystem, das bei Betätigung der Hinterbremse auch die vordere zur Mitarbeit motiviert.

Die Reichweite beträgt dank 2,3-kWh-Akku offiziell 50 Kilometer, bei unserem Test kamen wir knapp 45 Kilometer weit. Das reicht fürs urbane Geläuf natürlich bei weitem, zumal das Aufladen, wie geschildert, ganz einfach funktioniert. Der leere Akku wird an jeder Steckdose in rund sechs Stunden vollgeladen, wobei das mitgelieferte, externe Ladegerät aber eine integrierte Gebläsekühlung besitzt, die einen ziemlichen Wirbel macht.

Das Ladegerät ließe sich auch mitnehmen, allerdings füllt es den Stauraum fast vollständig aus. In der Praxis wird man daher das Gerät eher zu Hause lassen und hier einen Jethelm unterbringen (wenn er kein Visier oder größere Spoiler hat). Auf Wunsch ist auch ein Topcase zur Stauraum-Erweiterung zu haben.

Reichweite nach Maß

Noch ein Wort zur Reichweite: Sie lässt sich wunderbar und zuverlässig auf dem großen, modernen LC-Display ablesen. Hier könnte man auch zwischen den Fahrmodi wechseln: „Sport“ ist der etwas irreführende Standardmodus, „Eco“ verlängert die Reichweite, indem die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert wird. Dies geschieht übrigens automatisch, wenn der Akkustand auf unter zehn Prozent fällt.

Zudem bietet der Piaggo One auch noch die Möglichkeit, einen elektrischen Retourgang „einzulegen“, was aber angesichts des Federgewichts kaum relevant ist.

Unterm Strich: Für den rein urbanen Einsatz ist der Piaggio One Active eine gleichermaßen einfache wie charmante Lösung. Er ist handlich, praktisch, fährt sich angenehm und das sogar zu zweit. Für alle Fahrten jenseits der City-Limits bräuchte es dann aber doch um eine Spur mehr Power.

Motor/Antrieb
Radnaben-Elektromotor, 2 kW (2,7 PS), Li-Ionen-Batterie mit 2,3 kWh, Reichweite im Sport-Modus 50 km, im Eco-Modus  85 km, Ladezeit bei leerer Batterie rund sechs Stunden

Fahrwerk
Stahlrohrrahmen, gezogene Vorderradschwinge, Alu-Schwinge mit zwei Federbeinen hinten, CBS mit je einer Bremsscheibe v/h (175 mm Durchmesser)

Maße/Gewichte
Radstand: 1.220 mm, Sitzhöhe 770 mm, Gewicht inklusive Akku 94 kg, Zuladung 150 kg

Topspeed 60 km/h (Sport), 30 km/h (Eco)

Preis 4.399 Euro, abzüglich 
bis zu 1.200 Euro Förderung (E-Mobilitätsbonus)

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