Zweirad
03/26/2019

Vespa GTS 300 HPE: Das Glück auf kleinen Rädern

Die größte Wespe wird noch edler, schöner und stärker als jemals zuvor.

Die Vespa GTS 300 ist nicht nur eine Konstante, sondern auch ein Erfolgsmodell in Österreich. Über 2000 Stück konnte Importeur Faber im letzten Jahr davon auf die Straßen bringen, damit war die große Vespa einmal mehr das mit deutlichem Abstand beliebteste motorisierte Zweirad des Landes; der beliebteste Roller sowieso.

Für die neue Saison erhält die „Vespone“, wie sie in Italien genannt wird, viele kleine Feinschliffe. Zum einen in punkto Design: An der Front findet sich nun ein durchgezogenes, vertikales Designelement mit drei Schlitzen, das die Piaggio-Designer „Krawatte“ nennen.

Damit einher geht eine leicht abgewandelte Formgebung des Beinschilds, das mit einer neu eingezogenen Lichtkante schlanker wirkt. Rundum LED-Lichttechnik schließt auch den neuen Scheinwerfer ein, der zudem einen breiten Chromring bekam. Veränderte Abdeckungen für Motor und Triebsatzschwinge, neue Farben und Materialen für den Sattel sowie einige weitere Details vollenden die Schönheits-Chirurgie, die am grundsätzlichen Charakter des Bestsellers nichts ändert, aber in Summe für einen deutlich gestrafften, moderneren Look sorgt.

Saubere Technik

Tiefgreifendere Änderungen fanden am Motor statt, der nun bereits fit für die kommende Euro-5-Norm ist. Mit völlig neuem Zylinderkopf und Kolben, neuer Einspritzung, verstärktem CVT-Automatikriemen, reduzierter Reibung und verringerten Vibrationen verspricht Vespa geringere Lärm- und Schadstoffemissionen sowie gesunkene Verbrauchswerte. Außerdem stieg die Leistung um 2,6 auf 23,8 PS, das Drehmoment sogar um 18 Prozent auf 26 Newtonmeter. Damit hat sich die 2019er-Vespone auch den Zusatz HPE verdient: High Performance Engine.

Beim Fahren macht sich dieser Zuwachs durch etwas mehr Druck bemerkbar, der sich aber homogen aufbaut und durch ein angenehm direktes Ansprechverhalten gefällt. Bemerkenswert ist die Laufruhe, die nun Einzug gehalten hat: die Vespa läuft sanft, geschmeidig und über das gesamte Drehzahlband fast völlig vibrationsfrei.

Am übrigen Fahreindruck hat sich wenig verändert: Mit ihren 12-Zoll-Rädern bietet die GTS eine enorme Quirligkeit, muss aber im Gegenzug etwas straffer gefedert sein, um bei höherem Speed (bis 120 km/h) auch Stabilität zu bieten. Bei sehr schlechter Fahrbahn oder Schlaglöchern hat man daher Kompromisse in Sachen Komfort einzugehen, dafür ist es erstaunlich, wie verwindungssteif die Stahl-Karosserie bleibt – kein Vergleich zu älteren Modellen mit flachem Durchstieg.

Familienaufstellung

Wie bisher wird die GTS 300 in breiter Auffächerung angeboten: als Basismodell (ab 6299 Euro), Super, Supersport, Touring und den Sondermodellen Yacht Club sowie SuperNotte. Ab Mai stößt ein weiteres Modell dazu: die SuperTech mit TFT-Display und Smartphone-Connectivity, die ein App-basiertes Navigationssystem mit Pfeil-Darstellung einschließt.