© Michael Andrusio

Classic
05/27/2019

Madrid-Jarama: Wo Niki Lauda sein erstes Formel-1-Rennen gewann

Lokalaugenschein auf der Rennstrecke nördlich von Madrid, 45 Jahre nach Laudas erstem Sieg.

Es war der 28.April 1974. Auf einer regennassen Strecke schoss zunächst der Schwede Ronnie Peterson auf seinem Lotus - vorbei am Trainingsschnellsten Lauda - in Führung. Mit auftrocknender Piste wurde aber der an zweiter Stelle liegende Lauda immer schneller und ging schließlich an Peterson vorbei. Am Ende gab es einen Doppelsieg für die Ferraris von Lauda und Regazzoni. Dritter wurde Emerson Fittipaldi. Lauda hatte bei seinem ersten F1-Sieg auch die schnellste Runde gefahren.

45 Jahre später sind wir auf dem Kurs von Jarama in San Sebastian de los Reyes. Parallel zur Start-Ziel-Gerade strömt auf der A1 der Verkehr auf der Autobahn zwischen Madrid und Burgos. Vom nahen Flugplatz Madrid Adolfo Suarez starten im Minutentakt die Flugzeuge. Nach Madrid sind es lediglich 20 Kilometer. An den alten Kurs erinnert nicht mehr viel. Nur die alten gemauerten Boxen am Ende der Boxenstraße stammen augenscheinlich noch aus früheren Zeiten. Rennleiterturm, Paddock Club und die Boxenanlage im vorderen Teil sind komplett neu und wurden erst 2015 fertiggestellt.

 

Es ist Teil des Projekts Jarama 2021 mit einer kompletten Erneuerung der Anlage, zu der künftig auch ein Museum gehören soll.

Auch die Streckenlänge hat sich seit früher leicht verändert. Von der Eröffnung im Jahr 1967 bis 1979 hatte der Kurs eine Länge von 3,4 Kilometern. 1979 stellte der Kanadier Gilles Villeneuve den Streckenrekord mit einer Zeit von 1:16,44 Minuten auf (das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160,328 km/h). Dann wurde ein kurzes Stück gekappt und von 1980 bis 1986 betrug die Länge 3,3 Kilometer. Villeneuve gewann auch das letzte Formel-1-Rennen, das auf dem Kurs von Jarama gefahren wurde, das war im Jahr 1981. Danach galt die Strecke als zu eng für die aktuellen Formel-1-Autos.

1990 wurde der Kurs verlängert und hat heute eine Streckenlänge von 3,85 Kilometer. Nach einer langen Start-Ziel-Gerade fährt man durch langsame und mittelschnelle Kurven, bergauf und bergab. Die Passagen sind nach großen Rennfahrern wie Nuvolari, Varzi oder Ascari benannt. Die Zielkurve heißt mittlerweile Maria de Villota, nach der 2013 verstorbenen spanischen Rennfahrerin benannt.

Aktuell werden in Madrid Jarama Tourenwagenrennen, Oldtimer-GP und Truck GP gefahren. Zudem werden vom Veranstalter Fahrtechnikkurse und Kartfahren angeboten.