meinung
03/11/2020

Abseits der Scheinwerfer

Dass VW den Gas-Antrieb beerdigt und die deutsche Post die Produktion ihres E-Autos einstellt, blieb im Schatten der Genf-Absage.

von Horst Bauer

Durch die zu späte Absage des Genfer Autosalons müssen die Aussteller nicht nur enorme Kosten für den sinnlosen Aufbau der Stände in den Wind schreiben. Auch die Flexibilität der PR-Abteilungen wurde auf eine harte Probe gestellt. Schließlich galt es, die Botschaften von neuen Modellen und spektakulären Studien abseits der Salon-Scheinwerfer an die Medien zu bringen. Telefon- und Video-Konferenzen und per Livestream übertragene Auto-Enthüllungen waren – als zweitbeste Lösung statt des direkten Kontakts mit den Fachmedien auf dem Salon – das Gebot der Stunde.

In der Aufregung um die Absage und deren Folgen gingen aber ein paar Meldungen beinahe unter, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. So etwa die in ein Handelsblatt-Interview verpackte Absage von VW-Entwicklungsvorstand Frank Welsch an den zuletzt vom Konzern noch stark geförderten Erdgas-Antrieb. Oder das von der Deutschen Post in einer Meldung über die Folgen des Corona-Virus auf die Geschäftszahlen versteckte desaströse Ende des von ihr selbst produzierten Elektro-Lieferwagens Streetscooter, der wegen schlechter Qualität zum Millionengrab wurde. Ein Ende, das jetzt zeigt, warum sich keiner der dafür in den Medien gescholtenen Autohersteller seinerzeit für das Projekt erwärmen konnte.

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