meinung
02/04/2021

Aus der Spur

Über Anreize und Verbote.

von Sandra Baierl

Es ist amtlich: 2020 war das schlechteste Autojahr seit über drei Dekaden. Wurden in den vergangenen zehn Jahren immer mehr als 300.000 neue Pkw in Österreich verkauft, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 249.000. Corona ist schuld, ganz klar. Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, nämlich viele, zum Teil sehr plötzliche Veränderungen bei Abgaben, Steuern und Sachbezugsregelungen. Das verunsichert Kunden zusätzlich. Viele haben ihren Autokauf deshalb abgesagt oder zumindest verschoben. Was eine Regierungspartei begrüßt – weniger Autos – ist ein Drama für die heimische Wirtschaft: immerhin arbeiten 315.000 Menschen in der Autobranche.

Dabei wirken Anreize oft besser als Verbote. Siehe Elektroautos: Förderungen bringen einen langsamen Anstieg bei den Verkäufen. Immer bessere E-Fahrzeuge machten 2020 schon sechs Prozent der Neuzulassungen aus. Gleich zwei neue E-Modelle großer deutscher Hersteller sind wir kürzlich gefahren – Mercedes und VW – und die Autos wirken endlich reif. Das hängt vor allem mit der Reichweite zusammen, die die Akkus schaffen.

Apropos Verbote, diesmal pro und in anderer Angelegenheit: Montagfrüh, Barawitzkagasse. Viel Verkehr. Mittendrin eine Frau, ohne Helm, auf einem Lastenrad. In der Kiste vorne zwei Kleinkinder, im Kindersitz hinten noch eines. Ich kenne die Dame nicht und konnte auch nicht mit ihr sprechen. Aber ich wünschte, es gebe hier ein Gesetz: keine Kleinkinder im dichten Straßenverkehr auf Fahrrädern. Beim Zusehen kommen schlimme Gedanken an sehr schlimme Unfälle in den Sinn. Der Radfahrerin offenbar nicht. Weshalb man diese Praxis eindämmen sollte. Fahrräder und Autoverkehr vertragen sich nicht, Kleinkinder und Autoverkehr noch weniger.

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