meinung
10/17/2019

Brandgefährliche Sorglosigkeit

Je größer die Lithium-Batterie, desto größer ihre zerstörerische Energie bei einem Brand.

von Maria Brandl

Rund 4.000 Tonnen an Batterien werden bereits – abseits der E-Autos – jährlich pro Jahr allein bei uns verkauft. Die Hälfte davon verschwindet spurlos. Damit gehen nicht nur wertvolle Rohstoffe verloren. Mit dem Siegeszug der Lithium-Batterien wird dies auch zur ernsten Gefahr, wie jüngste Statistiken zeigen.

Seit 2014 verursachten Brände in Abfallentsorgungsbetrieben einen Schaden von mehr als 100 Mio. Euro, so der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB). Hauptursache sind in den Restmüll geworfene, also falsch entsorgte Lithium-Batterien. Schon kleinste Lithium-Batterien in Grußkarten können Altpapierlager in Brand stecken und Mitarbeiter von Entsorgungsbetrieben ernsthaft gefährden. Je größer die Lithium-Batterie, desto größer ihre zerstörerische Energie bei einem Brand. Anders als Alkali- oder Bleibatterien verbrennen beschädigte Lithium-Batterien explosionsartig.

Ein Grund für das Brand-Problem ist neben der häufigen Sorglosigkeit eine große Unkenntnis bei Kunden über Lithium-Batterien, wie eine VOEB-Studie ergab. Das geringste Wissen zeigten dabei die Unter-Dreißigjährigen.

Es ist hoch an der Zeit, das Lithium-Batterie-Recycling ernst zu nehmen und Entsorgungsbetriebe damit nicht allein zu lassen. Diese bieten inzwischen dafür entsprechende Anlagen. Damit sich Recycling rechnet, müssen aber alle zusammenarbeiten: Gesetzgeber, Industrie, Kunden und Entsorger.